Malta will Ausbau von Online-Shopping fördern

Der Online-Handel boomt – nicht zuletzt daran zu erkennen, dass der Online-Gigant Amazon mittlerweile eines der wertvollsten Unternehmen der Welt ist und Tag für Tag riesige Umsätze generiert. Wer in Malta wohnt, schaut jedoch erst einmal in die Röhre. Amazon Prime? Weit gefehlt. Onlinelieferungen sind in Malta noch unüblich. Ein Missstand, den die Regierung beheben möchte.

Nur wenige Onlineshops in Malta

Die allermeisten Online-Versandhäuser die Sie kennen, sind auf Malta nicht vertreten. Beziehungsweise eventuell unterhalten sie eine Dependance in Malta, welche dann jedoch in der Regel nur Verwaltungsaufgaben in Malta. Die wenigen Online-Shops die es gibt, haben ihren Ursprung fast alle als normales lokales Ladengeschäft, welche dann mit der Zeit den Onlinehandel als zusätzlichen Vertriebskanal für sich entdeckt haben. Reine Onlineshops sind aber nach wie vor rar, und das im Jahre 2017. Zurecht wird hier ein Potenzial entdeckt, dass es auszuschöpfen gilt.

Neues Schulungsprogramm soll Online-Marketing fördern

Eine Zusammenarbeit der Maltesischen Kommunikationsbehörde, dem Maltesischen Arbeitsamt sowie der Verkäufervereinigung Malta hat das Ziel, den Maltesischen Unternehmen den Onlinehandel näher zu bringen und gezielt Online-Marketing zu schulen. Besonders im Fokus soll dabei Social Media Marketing sein, was ich auf Grund der nachlassenden Entwicklung in der Branche zwar nicht als den ganz großen Wurf bezeichnen würde, aber als einen Schritt in die richtige Richtung sehen würde.

Online-Shopping noch mit Transportproblemen

Dass sich Onlineshopping auch in Malta durchsetzen wird, davon bin ich überzeugt. Noch habe ich so meine Zweifel an der Umsetzung, da insbesondere der Transport von Paketen ein größeres Problem ist, als man sich im ersten Moment denken mag. Die Straßen in Malta sind immer voll, oft stark zu geparkt und dazu schmal – man stelle sich in diesem Szenario große Lieferwägen vor, die versuchen, sich durch die Straßenschluchten zu zwängen. Hier ist also noch Entwicklungsbedarf und ehe dieses Problem nicht gelöst ist, ist beim E-Commerce in Malta eher langsameres Tempo angesagt.

About Philipp M. Sauerborn

Philipp Maria Sauerborn is a certified tax advisor and expert in International Tax & Blockchain. As CEO of Dr. Werner & Partner in Malta, he has already advised over 3000 clients on their tax situation.

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Eine Antwort

  1. Hallo,
    also ich wohne jetzt im Februar 5 Jahre in Malta. Ich habe mein Onlineshop (fun4europe.com) damals mitgebracht und 2015 um einen weiteren (fun4malta.com) ergänzt.
    Bei dem lokalen Onlineshop ist das Problem das viele Kunden gar nicht online bestellen wollen.
    Zu recht argumentieren die meisten das Malta ja nicht groß sei und sie es lieber sehen wenn sie eine Möglichkeit haben wo sie die Ware sehen, in die Hand nehmen können und dann direkt mitnehmen. Deshalb sind wir dann den umgekehrten Weg gegangen und haben eine Art Showroom errichtet wo die im Onlineshop zu sehende Ware direkt gekauft werden kann.
    Da der Markt in Malta generell nicht sehr groß ist werden Onlineshops die nur (oder vorwiegend) vom Onlinegeschäft leben wollen auch in andere Länder der EU versenden müssen. Und hier liegt das eigentliche Problem. Der Versand von Malta ist extrem teuer. So kostet es ein 10 kg. Paket von Deutschland nach Malta zu schicken etwa 21,–. Das selbe Paket von Malta nach Deutschland kostet aber 40,– mit Malta Post, die „Mitbewerber“ DHL, UPS, GLS, Fedex nehmen oft noch mehr. Und während ich in Deutschland ab 500 Paketen pro Jahr mit DHL & Co. einen Vertrag schließen kann bei dem die Preise dann nach unten gehen und meist auch eine kostenlose Abholung erfolgt ist man z.B. bei Malta Post nicht mal interessiert wenn es um 2000 – 3000 Pakete pro Jahr geht. Ganz zu schweigen davon das Malta Post und andere für jedes Land einen eigenen Tarif hat und es nicht wie in anderen Ländern ein Tarif für die gesamte EU gibt. Das o.g. Paket würde übrigens nach Österreich nur 23,– kosten. Abholung von Paketen gibt es nur bei lokalem Sonderversand wie c.o.d., same day, etc. und solange dieser große logistische Nachteil besteht werden Bestellungen aus anderen EU Ländern kommen wenn man Produkte anbietet die so extrem günstiger sind, dass die Bestellung trotz längerer Lieferzeiten und teurem Versand immer noch günstiger ist als in anderen EU Onlineshops. Und da aufgrund des bekannten maltesischen „Beziehungsinzest“ die Regierung sicher kein Druck auf die Logistikunternehmen ausüben wird, müssen wir wieder mal darauf hoffen und warten, dass die EU das mit einer Reglung (z.B. ein Preis für alle EU Länder) regelt oder endlich mal ein Logistikunternehmen in Malta niederlässt die dann faire Preise anbieten.
    Ein anderes Problem wird es für neue Onlineshops geben wenn auch das Unternehmen das den Onlineshop betreibt noch neu ist. Dann ist es nämlich extrem schwer einen lokalen Zahlungsanbieter zu finden. Die wollen nämlich meist nur schon lange am Markt agierende Unternehmen mit hohen Umsätzen.

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