Erfahrungsbericht einer Mandantin über das Leben in Malta

Hallo, mein Name ist Susanna und ich lebe mittlerweile seit über einem Jahr hier auf Malta.

Herr Sauerborn hat mich gefragt, ob ich für seinen Blog einen kleinen Erfahrungsbericht schreiben könnte, der Personen, die Malta als Standort in Erwägung ziehen, hilft sich ein besseres Bild über die Insel zu machen. Da habe ich natürlich sofort ja gesagt – denn ich erinnere mich noch genau wie es bei mir bzw. uns (mein Partner und ich) war, als wir uns entschieden haben nach Malta zu ziehen.

Wieso ich nach Malta ausgewandert bin

Zunächst einmal möchte ich Euch gerne die Hintergründe verraten, wieso wir letztlich hier auf Malta „gelandet“ sind.

Mein Partner und ich wollten uns schon seit längerem selbstständig machen und gleichzeitig verspürten wir mehr und mehr denn Wunsch, an einen Ort ziehen, an dem das Wetter besser ist und das Meer vor der Türe liegt. Länder wir Zypern, Frankreich, Mallorca und Malta standen zur Auswahl. Ich weiß noch, wie schwierig es war sich vorzustellen in einem anderen Land zu leben und wie lang der Entscheidungsprozess damals ging. Zwar waren wir beide bereits in allen dieser Länder, jedoch immer nur mit der Betrachtungsweise, dass wir gerade im Urlaub sind. Aus diesem Grund ist uns dann irgendwann der Gedanke gekommen, dass wir anhand von Informationen aus dem Internet keine Entscheidung treffen können und beschlossen kurzerhand in die Länder, die zur näheren Auswahl standen, zu reisen, um diese aus den Augen „unsere zukünftige Heimat“ beurteilen zu können. Und naja, was soll ich sagen, es wurde Malta. Wir kamen auf Malta an einem warmen Sommerabend an und fuhren mit dem Taxi zu unserem Hotel. Am nächsten Tag schlenderten wir durch die Stadt mit den vielen süßen Häusern, gingen Essen und ins Meer schwimmen. Tatsächlich war ich sogar fast erschrocken wie warm das Meer hier war (es war Juli. Ich hatte zuvor in Europa noch nie ein so warmes Meer erlebt – aus Asien war ich es zwar gewöhnt, aber nicht in Europa. Wir waren verliebt in dieses Land und entschieden uns nach Malta auszuwandern.

Gesagt getan, wir meldeten uns aus Deutschland ab, verkauften all unsere Möbel (die Wohnungen in Malta sind meistens möbliert) und verschifften unsere restlichen Sachen nach Malta. Dies ging tatsächlich innerhalb einer Woche.

Nachdem wir die Entscheidung getroffen haben, kontaktierten wir Philipp Sauerborn, den wir von einem Bekannten, der auf Malta lebt, empfohlen bekommen haben. Herr Sauerborn bat uns sogar an, einen Makler zu beauftragen, der uns eine passende Wohnung suchte.

Eine kurze Geschichte hierzu: Die Wohnungssuche funktioniert in Malta anders als in Deutschland – hier in Malta besichtigt man eine Wohnung und kann am selbigen Tag noch unterschreiben und kurz darauf einziehen. Aus diesem Grund kam es auch dazu, dass wir 2 Wochen vor Abflug aus Deutschland immer noch keine Wohnung hatten, was uns damals zwar ein bisschen beunruhigt hatte, aber der Makler versicherte uns, dass es hier in Malta normal sei (das haben wir mittlerweile auch verstanden). So flogen wir also mit unseren letzten zwei Koffern nach Malta und konnten zwei Wochen später in unsere bezugsbereite Wohnung einziehen und der neue Lebensabschnitt begann.

Wir meldeten hier unseren Wohnsitz und unsere Firma an und starteten ein neues Leben. An dieser Stelle möchte ich auch nochmal betonen, wie schön es war, Herr Sauerborn an unserer Seite zu wissen. Anfangs kam sehr viel bürokratischer Kram auf uns zu, der uns sicherlich das ein oder andere Mal ohne Herr Sauerborns Hilfe zu viel geworden wäre. Also, man schafft das Ganze sicherlich auch alleine, aber es ist aus meiner Sicht einfach angenehmer, wenn man jemanden an seiner Seite hat, der mit den Systemen vertraut ist und genau weiß, wie was abläuft, welche Dokumente wichtig sind etc. Zu viele Eindrücke prasseln ja ohnehin schon auf einen ein, in einem neuen Land mit einer neuen Umgebung und neuen Prozessen.

Wir hatten zusätzlich das Glück, dass ein Bekannter auf Malta bereits wohnte, der uns mit „Insider-Wissen“ versorgte. Hat man das „Glück“ nicht, empfehle ich nochmal mehr jedem, sich jemanden zu suchen, der einem hilft. Denn gerade Unternehmer, die Malta auch aufgrund der steuerlichen Vorzüge als Standort auswählen, müssen viele Dinge beachtet werden, wie wir erfahren haben.

So, jetzt bin ich wohl etwas ausgeschweift, hier mein Resümee nach über einem Jahr Malta:

Zunächst einmal: Malta hat es uns leicht gemacht, uns schnell hier wohlzufühlen. Uns begegneten nur nette Menschen, die uns den Weg verraten haben und einfach freundlicher als in Deutschland waren. Mein Highlight waren am Anfang immer die Taxi-Fahrer, die immer sehr zuvorkommend und freundlich waren.

Die positiven Erfahrungen:

Das Wetter

Das Wetter: Erstmal musste ich feststellen, dass es tatsächlich eine riesen Unterschied macht wie das Wetter ist. So erinnere ich mich an meine vergangenen Jahre in Deutschland zurück, als Winter war – der ständige Matsch und die Kälte schlugen mir leicht auf die Stimmung. Dieses Jahr konnte ich also den ersten Winter erleben, an dem ich in keine Winterdepression fiel – zwar war es hier auch keine 30 Grad mehr, aber es war zumindest warm und man brauchte keine Winterjacke. Ab und zu hat es hier geregnet, was ich jedoch erfrischend finde. Wenn es hier in Malta regnet, dann aber auch richtig: Straßen sind voller Wasser und das Wasser schüttet nur so runter. Dadurch, dass sich die Regentage hier auf Malta auf ca. 15 Tage im Jahr begrenzen, finde ich es völlig in Ordnung.

Die Einheimischen und anderen Auswanderer

Die Malteser sind unheimlich liebe, freundliche Menschen, die sehr hilfsbereit sind. Es gibt eine Vielzahl an Facebook-Gruppen zum Laufen, zum Networken oder Wandern, durch die man schnell Anschluss finden kann, wenn man will. Auch die deutsche Community ist hier sehr groß und man lernt schnell viele Menschen kennen. Anders als in Deutschland sind hier die meisten Menschen offen und man hilft sich gerne.

Malta ist von der Grundatmosphäre nicht so gestresst wie Deutschland. Lange Spaziergänge oder Laufrunden entlang des Meeres gehören hier zum Alltag und lassen einen das Leben genießen.

Das Meer

Das Meer ist ein Traum, es ist das sauberste in Europa und man kann bis auf den Grund gucken. Es ist herrlich warm im Sommer und eine perfekte Abkühlung. Das Wasser hier ist so sauber, dass das Mitbringen eines Schnorchels hier ein Muss ist! Ich könnte stundenlang durch die Buchten tauchen und mir die Vielfalt an Fischen und Seeanemonen ansehen. Außerdem gibt es hier wirklich tolle Buchten, an denen man lange Spaziergänge machen kann. Ich persönlich genieße es auch, dass man entlang des Meeres Kilometerweit langlaufen kann und neben sich immer das Meer und eine schöne Sicht auf Valletta hat.  

St. Peter’s Pool

 

Das Flair der Städte und der Fischerdörfer

Die Städte St. Julian’s und Sliema haben viel alte Architektur, bunte Türen und Fenster und sehen für mich auch noch nach einem Jahr, immer wieder wie ein Gemälde aus. Selbst nach einem Jahr ist es wie Urlaub für uns, wenn wir durch das kleine Fischerdorf Marsaxlokk oder durch die alte Hauptstadt Mdina schlendern. Es ist herrlich.

Die steuerlichen Vorteile

Ja, auch das war ein Grund, warum wir uns für Malta als Standort entschieden haben. Neben allen anderen Dingen hat Malta eben ein sehr lukratives Steuermodell für Selbstständige und Unternehmer. Ehrlich gesagt ist es ein tolles Gefühl zu wissen, dass das Geld was man umsetzt mit seiner Firma nahezu in der gleichen Summe auf das Konto eingeht.

Infrastruktur Malta

Abgesehen davon, dass man aufgrund von Corona aktuell nirgends hinfliegen kann, besitzt Malta einen Flughafen, der täglich Flüge nach ganz Europa ermöglicht und man ist schnell in Deutschland, wenn man möchte. Auch kann man prima Tagestouren nach Sizilien mit der Fähre machen oder auch die nächstgelegene Inseln Gozo und Comino besuchen.

Das Gesundheitssystem

Malta hat, wider Erwarten, ein sehr gut funktionierendes Gesundheitssystem. Jeder Bürger zahlt Sozialversicherungsbeiträge, die auch die Gesundheitsversorgung abdeckt. Allerdings muss man bei einer Routine-Untersuchung nochmal in die eigene Tasche greifen. Aber das finde ich persönlich völlig in Ordnung, denn es ist erstens sehr wenig, was man bezahlen muss und zweitens zahlt man hier weniger Beiträge als in Deutschland. Was ich persönlich auch super finde: Nahezu jede Apotheke verfügt über einen eigenen Arzt, bei dem man einfach vorbei gehen kann – eine Behandlung kostet 5-15 Euro.

Die Amtssprache ist Englisch

Ja, auch das ist eine wirkliche Bereicherung. In Malta ist Englisch die zweite Amtssprache und ermöglicht damit auch Ausländern eine problemlose Kommunikation zu allen Menschen auf der Insel.

Taxi, Goto, Bolt

Neben zahlreichen Taxis verfügt Malta über viele alternative Taxiunternehmen wie beispielsweile Bolt (das Pendent zu Uber in Deutschland) oder eCabs, die innerhalb 2 Minuten vor der Haustür stehen, wenn man möchte.

Falls man doch selbst fahren möchte, aber kein eigenes Auto hat, gibt es auch hier ein Pendent zum deutschen Anbieter „Drive Now“ – Goto. Goto hat an fast jeder Stelle Maltas, Mietautos bereitgestellt, für die man Minutenweise zahlen kann. Auch Roller neuerdings eingeführt. Da dieses System derart gut funktioniert, haben wir uns auch gegen den Kauf eines Autos entschieden.

Die „negativen“ Erfahrungen

Die fehlende Natur

Tatsächlich muss ich sagen, dass mir am Meisten die Natur fehlt. Ja, Malta ist eine dicht bevölkerte Insel und es gibt wenig Natur. Gerade im Winter, wenn man nicht ins Meer gehen kann, fehlt einem das Grüne ein wenig.

Wenn es wieder Sommer ist, kann man jedoch prima ins Meer springen und das türkis-blaue Wasser genießen, sodass man die Natur nicht mehr ganz so sehr vermisst. Häufig sind wir im Sommer in St. Peter’s Pool gewesen und konnten es nicht glauben an was für einem schönen Ort wir leben.

Damit möchte ich jedoch nicht sagen, dass es hier gar keine Natur gibt, insbesondere im Frühling ist die Insel sehr grün und alles blüht auf, aber es ist einfach eine andere Natur, als wir es aus Deutschland gewohnt sind.

Essen ist natürlich Geschmackssache, aber die ersten Restaurants, die mein Partner und ich besuchten, haben uns leider häufig nicht gefallen. Zwar gibt es hier einige gute Restaurants, jedoch dauert es etwas länger, bis man diese gefunden hat. So wissen bspw. einige Restaurants nicht was Salat ist: Ich erinnere mich, dass wir einmal blanken Kohl auf dem Teller hatten. Dazu muss ich jedoch ehrlicher Weise sagen, dass wir uns vegetarisch ernähren und die maltesische Küche eher fleisch-orientiert kocht. Wir merken aber auch, dass die Anzahl an neuen veganen Restaurants in Zeiten vor Corona angestiegen ist, was für Vegetarier und Veganer natürlich super ist.

Das Essen

Ein gutes Restaurant in Msida auf Malta

Hohe Luftfeuchtigkeit

Die hohe Luftfeuchtigkeit im Winter kann dazu führen, dass die Wäsche auch mal eine Woche auf dem Wäscheständer hängt bis sie ganz trocken ist. Auch besteht natürlich die Gefahr, dass Dinge anfangen zu schimmeln – das ist wahrscheinlich in allen südlichen Ländern ein Problem. Wir hatten bisher Gott sei Dank Glück und bei uns hat nichts geschimmelt.

Auch an dieser Stelle zu erwähnen ist das kleine Manko „der Wasserboiler“. In ganz Malta erhält man nur Warmwasser über einen Boiler, der zuvor das Wasser aufheizen muss. Das heißt natürlich auch, ist das aufgewärmte Wasser leer, gibt’s kein Warmwasser mehr. Bei uns hält der Boiler für ca. 20 Minuten Duschen. Anfangs haben wir den Strom des Wasserboiler immer aus gemacht, doch zu häufig will man dann doch spontan Duschen, sodass der Boiler bei uns nun immer an ist. Achja, das bringt mich zu einem weiteren Punkt: Man sollte das Leitungswasser hier nicht trinken – aber das ist aus meiner Sicht kein Problem, hier in Malta besitzt eigentlich jeder einen Wasserspender.

Heizung im Winter. Ja, eine richtige Heizung gibt es hier nicht, nur eine Klimaanlage, die man als Heizung umfunktionieren kann. Zwar heizt die warme Luft die Wohnung auf, aber nur solange sie an ist. Schaltet man die Klimaanlage aus, ist es sofort kalt. Außerdem ist die warme Luft aus der Klimaanlage nicht sehr angenehm für das Raumklima, wie Sie sich sicher vorstellen können.

Achja und im Winter ist es lustigerweise zum Teil im Haus kälter als Draußen. Das konnte ich auch erst Glauben, nachdem ich es selbst erfahren konnte.

Resümee

Trotz der „negativen Aspekte“ dieser Insel, hat Malta für mich in Summe einfach eine höhere Lebensqualität (allein durch die vielen Sonnentage hier auf Malta). Die Menschen sind herzlich und ich fühle mich auch noch nach einem Jahr hier sehr wohl und bereue meine bzw. unsere Entscheidung kein Stück. Daher würde ich jedem das Land als Auswanderungsort empfehlen. Interessant ist auch, dass Malta nach einer Umfrage der Frankfurter Rundschau auf Platz 3 der zufriedensten Auswanderer ist: https://www.fr.de/ratgeber/reise/diesen-laendern-sind-auswanderer-zufriedensten-11162738.html

Falls auch Sie Malta in Erwägung ziehen, biete ich Ihnen gerne an mich zu kontaktieren () und Ihnen Fragen zu Malta oder auch dem Auswandern allgemein zu stellen.

Inhaltsverzeichnis

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Über Philipp M. Sauerborn

Philipp Maria Sauerborn ist diplomierter Steuerberater und Experte für International Tax & Blockchain. Als CEO der Kanzlei Dr. Werner & Partner in Malta hat er bereits über 3000 Mandanten zu deren persönlicher Steuersituation beraten.

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