Steuern für Twitch-Streamer, Influencer und YouTuber & Co. – Übersicht 2021

Dieser Beitrag soll die helfen, dich beim Thema Steuern und Firmengründung zurecht zu finden, wenn du Geld mit Plattformen wie YouTube, Twitch, Instagram, TikTok oder Affiliate-Seiten verdienst. 

In diesem Guide steckt meine ganze Erfahrung – sollte dennoch etwas fehlen, lass es mich gerne per Kommentar wissen! 

Viel Spaß beim lesen und viel Erfolg für dein Business,

dein Philipp

Schön, dass du es auf meinen Blog geschafft hast. Du hast vermutlich mit Twitch, YouTube oder einer anderen Content-Plattform Geld verdient und fragst dich, wie diese Einnahmen versteuert werden müssen.

Glaube mir: Ich weiß, dass das Thema Steuern extrem komplex sein kann.

Deswegen möchte ich in diesem Guide folgende Fragen klären:

  • Was die Einnahmen aus Twitch, YouTube und Co. Für das Finanzamt sind
  • Ab wann du für deine Einnahmen ein Gewerbe anmelden musst
  • Wie hoch die Steuern auf diese Einnahmen sind
  • Wo die Steuern bezahlt werden müssen
  • Ob es Sinn macht, ein Unternehmen im Ausland zu gründen
  • Was sich nach der globalen Mindeststeuerinitiative ändern könnte
  • Welche Fehler du unbedingt vermeiden solltest

Bevor ich aber loslege, möchte ich mich noch kurz vorstellen – denn:

Im Internet kann jeder etwas behaupten und woher sollst du wissen, dass ich eine vertrauenswürdige Quelle bin.

Mein Argument dafür: Ich bin seit mehr als 15 Jahren in der Steuerbranche tätig und mittlerweile Experte für International Tax. Das reicht nicht an Infos? Dann lies dir am besten auf der Startseite relevante Infos über mich durch.

Nun aber auf in die Tiefen des Steuerrechts. Viel Spaß (sofern das bei so einem Thema geht)!

KAPITEL 1

Einnahmen aus Twitch, YouTube, Instagram, TikTok und Pinterest – das sagt das Finanzamt

Das Finanzamt will Steuern…

Aber wirklich immer?

Gelten Spenden auf Twitch auch als Einnahme?

… dieser Sache gehen wir auf den Grund.

Los geht’s.

Grundsätzlich hat jede Plattform ihr eigenes Vergütungsmodell. Bei YouTube werden für Views der Videos Beteiligungen an den Werbeeinnahmen ausgeschüttet, bei Twitch sind es unter anderem Spenden der User.

Bei Instagram sind es in der Regel die Einnahmen aus Deals mit Herstellern, die die Nutzer Geld verdienen lassen, ebenso bei TikTok und Pinterest.

Grob lassen sich die Einnahmequellen deswegen in fünf Arten unterteilen:


Alles sehr unterschiedliche Arten von Einnahmen, könnte man meinen.

Aber: Für das Finanzamt sind diese Einnahmen grundsätzlich erst mal alle gleich.

What?

Ja, richtig gehört.

Der Grund hierfür ist recht banal: Ihr bietet euren Viewern und den Plattformen einen Mehrwert – nämlich in dem ihr Content produziert – und erhaltet im Gegenzug etwas dafür. Das ist per se ein klassisches kaufmännisches Geschäft.

Ich gehe aber gerne auf die einzelnen Einnahmequellen ein und erkläre, warum diese für das Finanzamt regulär zu versteuern sind.

Ausschüttung durch die Plattform

Die Ausschüttung durch die Plattform ist die einfachste Art der Einnahme – für das Finanzamt. Hier ist es absolut eindeutig: Ihr platziert Content, beispielsweise auf YouTube, und durch dieses Video werden Einnahmen generiert.

Genau: Die Werbeeinnahmen.

Dass ihr hier nur einen Teil vom Kuchen abbekommt, ist irrelevant. Die Einnahmen sind für das Finanzamt ganz normale Einnahmen.

Spenden durch Viewer

Hier könnte jetzt der ein oder andere sagen: Naja, der Nutzer gibt mir das Geld ja freiwillig.

Und sind wir mal ehrlich:

Ein Spende hat immer doch den Charakter von: Ich gebe etwas ohne etwas dafür zurück zu erwarten.

Leider ist die Definition im Steuerrecht eine andere.

Zwar können Spenden mitunter steuerfrei sein und damit das Finanzamt nicht tangieren, hierzu aber ein großes Achtung!

Nur gemeinnützige Vereine, die auch als solche anerkannt sind, müssen Spenden nicht versteuern. Wenn du also kein Verein bist, der seine Hauptversammlung über Twitch streamt und hierbei Spenden annimmt, sind Spenden auf Twitch für das Finanzamt reguläre Einnahmen.

Das Gleiche gilt im Übrigen auch, wenn die Spende über Patreon erfolgt.

Honorar für Werbeleistung von Unternehmen durch Geldleistung

Der klassische Instagram-Influencer Fall. Für Product Placement erhältst du eine Vergütung.

Ein eindeutiger Fall: Für eine Dienstleistung erhältst du ein Honorar: normale Einnahme.

Hierbei ist es übrigens völlig egal in welcher Form du das Geld erhältst. Egal ob per Überweisung, Paypal oder als Gutschein. Alles Einnahmen mit 1zu1 abbildbarem monetären Gegenwert.

Honorar von Unternehmen in Form von Sachleistungen

Ein wenig uneindeutiger ist der nächste Fall:

Du darfst den Gegenstand, den du bewirbst, behalten. Oder du erhältst für deine Dienste oder gute Arbeit einen Sachgegenstand.

Auch hier könnte man meinen: Für ein Geschenk muss man nichts bezahlen, aber auch das ist falsch.

Am Ende des Tages hast du etwas dafür gemacht, dass du beispielsweise die Daniel Wellington Uhr behalten darfst. Und damit ist für das Finanzamt die Uhr kein Geschenk mehr, sondern die Bezahlung für eine Leistungen.

Umsatzbeteiligung durch Affiliate Links

Einnahmen aus Affiliate-Geschäften sind wieder sehr eindeutig: Ähnlich wie bei Punkt 1 sind diese Einnahmen für das Finanzamt eindeutig.

Heißt: Steuerpflicht für Affiliate-Einnahmen.

Steuern auf Einnahmen aus TikTok Kreativitätsfonds?

Der Kreativitätsfond von TikTok wurde Anfang September ins Leben gerufen. Hierbei erhalten Content Creator pro 1000 Views zwischen 2 und 3 Cent auf der Plattform.

Klar: Bei ausreichend vielen Views kann hier durchaus ein kleines Sümmchen entstehen, wenn auch (noch) nicht in der Größenordnung wie bei YouTube.

Doch klar ist: Es werden Einnahmen erzielt, die in direktem Zusammenhang mit einer Leistung stehen – nämlich dem Erstellen von Content.

Aus diesem Grund fragt TikTok auch bei der Bewerbung für den Creators Fund auch ab, ob man a) Steuerpflichtig ist und b) eine Umsatzsteuernummer hat.

Eigentlich stellt sich hierbei die erste Frage nicht, denn: Ja, für Einnahmen auf TikTok ist man steuerpflichtig.

Ob man auch Umsatzsteuer zahlen muss, hängt von der Höhe der Einnahmen ab (siehe kommendes Kapitel). Per se besteht aber in jedem Falle eine Umsatzssteuerpflicht, von der man bei Gebrauch der Kleinunternehmerregelung befreit werden kann.

KAPITEL 2

Ab wann du für dein Einnahmen auch Twitch, YouTube und Instagram ein Gewerbe anmelden musst

Ab wann gelten Einnahmen eigentlich gewerblich?

Und gibt es einen Freibetrag, unter dem ich kein Gewerbe brauchen?

Lasst es uns klären:

Ab wann du ein Gewerbe brauchst.

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Oft, wenn ich Beratungsgespräche führe, kommt ein Blick in die Vergangenheit:

„Am Anfang habe ich das ja nur nebenher gemacht, deswegen hatte ich kein Gewerbe angemeldet.“

Oder

„Ich habe nur 2000€ verdient, da hätte sich der Gewerbeschein nicht gelohnt.“

Als Steuerexperte sage ich dann selbstbewusst: „Gut lassen Sie sich jetzt von uns beraten.

Denn, aufgepasst: Sobald eine Gewinnerzielungsabsicht vorliegt, die Einnahmen also nicht „zufällig“ entstehen, handelt es sich um eine gewerbliche Tätigkeit!

Und das gilt unabhängig vom Alter.

Soll heißen: Auch wenn du bereits mit 14 geschäftstüchtig auf Twitch Einnahmen generierst, brauchst du ein Gewerbe, mit allem was dazu gehört.

Ab einem gewissen Einnahmelevel sollte man dann darüber nachdenken, ob man ein Unternehmen mit Haftungsbeschränkung gründet. In Deutschland sind das die „UG“ oder eine „GmbH“, im Ausland wie England oder Malta die „Ltd“.

Der Vorteil ist nicht, dass dadurch weniger Steuern gezahlt werden müssen – was trotzdem möglich ist, dazu später mehr – sondern dass ihr abgesichert seid (wegen der Haftungsbeschränkung). Ihr haftet bei Vermögensschäden nicht mit dem Privatvermögen, sondern nur mit dem Vermögen der Firma. 

Meine Empfehlung: Lieber zu früh als zu spät einen Gewerbeschein holen. Dadurch entstehen auch keinerlei Nachteile, die Einnahmen werden regulär versteuert und bis zu einer gewissen Grenze ohnehin umsatzsteuer- und gewerbesteuerfrei.

Sich direkt am Anfang der Online-Karriere mit dem Finanzamt zu streiten, ist schlichtweg vermeidbar.

KAPITEL 3

Steuern auf die Einnahmen von Twitch, YouTube, Instagram, TikTok und Co.

Jeder normale Angestellte muss Steuern bezahlen…

…aber was ist mit Einnahmen, die online generiert werden?

Und auf einer ausländischen Plattform?

Und sind Spenden auf Twitch und Patreon nicht steuerfrei?

Finden wir es heraus.

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Kommen wir zum Kern: den eigentlichen Steuern.

Nun ist das Thema Steuern extrem vielfältig und vom Einzelfall abhängig. Und ja, ich bin auch kein Freund dieses Satzes, schließlich bist du auf der Suche nach klaren Antworten.

Ich versuche also so eindeutig wie möglich auf das Thema einzugehen. Beachte aber bitte, dass es immer immer immer Ausnahmen gibt. Maßgeblich ist das Land, in dem du tätig bist. Die aufgeführten Beispiele gelten für Deutschland.

Da du jetzt weißt, dass du für deine Einnahmen ein Gewerbe brauchst, hängt die Steuerlast zunächst davon ab, welche Art von Gewerbe du hast.

Für dich und dein Business kommen einige der folgenden Steuerarten in Betracht: Umsatzsteuer, Gewerbesteuer, Körperschaftssteuer und Einkommenssteuer.

Ich werde in diesem Beitrag nicht darauf eingehen, für wen welche Steuer fällig wird, das würde diesen Rahmen sprengen. Hierzu kann ich aber folgendes PDF der Gründer Mecklenburg-Vorpommern empfehlen: Download PDF

Worauf ich aber eingehen werde, ist die Umsatzsteuer, denn hier gibt es einige Besonderheiten, die sich in naher Zukunft auch ändern könnten.

Anschließend werde ich generell darauf eingehen, wie ihr die Gewinne zu versteuern habt.

Umsatzsteuer für Einnahmen durch Twitch, YouTube, Instagram oder Affiliate-Geschäfte

Fange wir also an:

Als Unternehmer musst du für alles, was du anbietest, Umsatzsteuer (=Mehrwertsteuer, also 19%) berechnen.

Da das Ganze aber mit etwas Aufwand verbunden ist, hat sich der deutsche Fiskus etwas Schlaues einfallen lassen: Die Kleinunternehmerregelung.

Viele von euch kennen diese Regel sicherlich schon, dennoch hier eine kurze Zusammenfassung: Solange deine Umsätze unterhalb von 22000€ liegen, kannst du von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen. Anstatt also 19% deiner Einnahmen abzuführen, kannst du in der Steuererklärung angeben, dass du Kleinunternehmer bist, und schon sparst du dir die Steuer.

Zwar ist die Umsatzsteuer bei B2B Geschäften nicht wirklich relevant (in der Regel berechnest du die Steuer deinen Kunden), aber dazu später mehr.

Wie handhaben YouTube und Co. das mit der Umsatzssteuer?

Nahezu alle großen Plattformen, die an Nutzer Geld ausschütten, liegen im Ausland, deswegen müssen wir zwischen zwei Fällen unterschieden.

Zum einen, dass du eben von beispielsweise Twitch oder YouTube dein Geld bekommst, oder aber ob du von einer deutschen Firma ein Honorar bekommst.

Fall 1: Du erhältst Geld von der Plattform

Achtung, jetzt wird’s international: Google beispielsweise schüttet die Beteiligungen an seine Nutzer über Irland aus. Und dort wird auch die Umsatzsteuer fällig, da, Stand heute und nach Ansicht Googles, dort die Leistung erbracht wird.

Dies beinhaltet zwei Fallstricke:

  1. Das heißt für dich, dass bei deinen Einnahmen die Umsatzsteuer bereits abgezogen ist. Du profitierst also nicht von der Kleinunternehmerregelung. Diese gilt nur, wenn deine Einnahmen in Deutschland umsatzsteuerpflichtig sind.
  2. Bin ich der Überzeugung, dass Google und die anderen Unternehmen in  Zukunft nicht mehr darauf pochen können, dass in Irland die Leistung erbracht wird. Stichwort: Digitalsteuer, die aktuell heiß diskutiert wird.

Soll heißen: Stand heute musst du aus Einnahmen von YouTube und Twitch keine Umsatzsteuer in Deutschland abführen, weil diese bereits von der Plattform gezahlt wird. Das Prinzip das hierbei Anwendung finden, nennt sich Steuerschuldumkehr – nicht ihr schuldet die Umsatzsteuer, sondern bspw. Google. Ihr erhaltet also nur den Netto-Betrag. Hier erwarte ich aber in den nächsten 12 Monaten Bewegung, halte dich also auf dem Laufenden!

Google formuliert dies auch eindeutig in seinen Richtlinien:

Sie erhalten die Zahlungen in Ihrer Landeswährung. Das nach irischem Recht eingetragene Unternehmen Google Ireland nimmt alle Zahlungen in Übereinstimmung mit den Bedingungen Ihres Vertrags mit Google vor. Die bereitgestellten Dienste unterliegen der Steuerschuldumkehr. Die Umsatzsteuer wird daher gemäß Artikel 196 der EU-Richtlinie 2006/112/EG vom Empfänger (Google Ireland) ausgewiesen.

Quelle: (https://support.google.com/adsense/-answer/142362)

Dieses Prinzip wird von allen mir bekannten großen Plattformen so angewandt.

Wie du das Ganze buchhalterisch löst, hängt von dem Beleg ab, den dir die Plattform gibt. Ein ordentlicher Beleg, der für die Steuerschuldumkehr qualifiziert ist, muss immer die Umsatzsteuer beider beteiligter Parteien enthalten. Oftmals wird ein solcher Beleg aber nicht ausgestellt. Du kannst jedoch eine Proforma-Rechnung schreiben, die beide Umsatzsteuernummern enthält und den Netto-Betrag unter Hinweis auf das Reverse-Charge Verfahren angeben.

Doch was passiert, wenn man Kleinunternehmer ist, und keine Umsatzsteuernummer hat? Nun, das wirkt sich nicht zu deinem Nachteil aus. Auch in diesem Fall kannst du eine Proforma-Rechnung ausstellen, nur dass du dieses Mal nicht auf das Reverse Charge Verfahren hinweist. Für dich ändert sich also nichts!

Sonderfall Tipeee: Von einem Leser wurde ich gefragt, wie es mit Twitch-Spenden aussieht, die über Tipeee eingenommen wurden. Bei Tipeee, ein in Frankreich ansässiges Unternehmen, bekomme man schließlich eine Rechnung, auf der eine Umsatzsteuer ausgewiesen sei.

Hier gilt es zu unterscheiden:

Die Umsatzsteuer wird nur auf die von Tipeee berechnete Gebühr ausgewiesen. Dies ist auch nötig, denn Tipeee muss für das, was sie euch in Rechnung stellen (=deren Gebühr) in Frankreich Umsatzsteuer ausweisen. Die ausgewiesene Umsatzsteuer hat aber nichts mit euren Einnahmen zu tun. Wenn ihr also nicht von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch macht, müsst ihr für den erhaltenen Betrag Umsatzsteuer abführen, und das in Deutschland. Tipeee fungiert als nur als Zahlungsabwickler.

Es gilt immer darauf zu achten, ob der Dienst Umsatzsteuer bereits abgeführt hat, oder nicht, und falls ja, auf welchen Teil eurer Auszahlung. Am Ende des Tages muss immer irgendwo Umsatzsteuer gezahlt werden, sofern ihr nicht von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch macht. Macht es nicht die Plattform, über die Ihr die Einnahmen generiert, seid ihr dafür verantwortlich.

Fall 2: Du erhältst von einer deutschen Firma dein Honorar

Treffen wir eine kurze Annahme: Du bist Influencer und ein kleines deutsches Modelabel bucht dich für eine Promotion. Du zeigst Produkte, die du behalten darf und erhältst außerdem 1000€ für deine Dienste.

Du wirst am Ende vermutlich eine Rechnung schreiben und hier muss nun unterschieden werden, ob du von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machst oder nicht. Falls ja, kannst du einfach die Rechnung verschicken, hierauf vermerken, dass du von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machst und deshalb keine Umsatzsteuer ausgewiesen ist.

Heißt: Auf deiner Rechnung steht der Endbetrag von 1000€ – diese Summe erhältst du vom Label.

Wenn du die magische Grenze von 22000€ bereits überschritten hast, musst du Umsatzsteuer auf der Rechnung ausweisen. Das heißt: Zu dem, was du verdienst, musst du nochmal 19% aufschlagen. Für das Honorar von 1000€ heißt das 190€ Ust.

Ausnahme: im ersten Jahr, in der du die Grenze überschreitest, darfst du für Einnahmen bis 50000€ ebenfalls noch von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen. Im nächsten Jahr aber dann nicht mehr!

Bei der Sachleistung, in unserem Beispiel, also der Kleidung die du behalten darfst, wird einfach der Netto-Verkaufspreis als Wert angenommen.

Heißt: Wenn das Kleidungsstück im Laden für 119€ angeboten wird (inkl. MwSt.), musst du für deine Rechnung den Preis ohne MwSt. aufnehmen. Also 100€. Hiervon die USt., also 19€, musst du dem Unternehmen in Rechnung stellen.

Neben den 1000€ Honorar musst du also 190€+19€=209€ aufschlagen, sodass du am Ende 1209€ in Rechnung stellst.

Doch Moment: Wird sich das Unternehmen nicht ärgern, dass es jetzt mehr bezahlen muss?

Nein! Das Unternehmen kann sich die gezahlte Umsatzsteuer wiederholen. Das kannst du übrigens auch für von dir gezahlte Umsatzsteuer, aber das auszuführen, würde jetzt zu weit gehen (Stichwort: Vorsteuerabzug).

Steuern auf Gewinne durch Twitch, YouTube, Instagram oder Affiliate-Geschäfte

Umsätze sind immer schön und gut, am Ende wollen wir jedoch alle Geld verdienen. Schauen wir uns also die Besteuerung von Gewinnen an, die ihr über Twitch, YouTube und Co. verdient.

Im Großen und Ganzen knüpft die Besteuerung der Gewinne an das an, was ich im Kapitel der Finanzämter (spring nochmal zurück wenn du es genauer wissen willst) bereits geschrieben habe.

Alle Einnahmen, die ihr erzielt, müsst ihr versteuern und hierbei gibt es auch nur begrenzt Freibeträge.

Influencer: Sachen behalten, aber versteuern!

Ich habe bereits erklärt, als was die verschiedenen Einnahmen zu bewerten sind. Und gerade bei den Sachgütern solltet ihr aufpassen!

Nicht selten erhalten Affiliates von den Plattformbetreibern teure Sachgeschenke, wie beispielsweise teure Uhren.

Gleiches gilt für die Influencer, die die Sachen, die sie bewerben sollen, behalten dürfen.

Vergesst nicht, am Ende des Jahres diese Geschenke in der Steuererklärung anzugeben.

Sich darauf zu verlassen, dass das Finanzamt das schon nicht merkt, ist fahrlässig und Steuerhinterziehung.

Seit dem 1. Januar 2020 ist dies im Übrigen ein Geldwäsche-Delikt – mit allem Drum und Dran.

Wie hoch sind die Steuern auf die Einnahmen?

Wer noch als Einzelunternehmer seine Geschäfte abwickelt, muss die Einnahmen regulär mit dem Einkommenssteuersatz versteuern. Hierbei gilt der normale Steuerfreibetrag, sofern ihr keinen anderen Beruf als Haupttätigkeit ausübt.

Soll heißen: Bist du angestellt und verdienst mehr als 9000€ jährlich, musst du deine Einnahmen aus Twitch, Instagram, YouTube und Co. voll versteuern.

Hier habt ihr lediglich einen kleinen Freibetrag von etwa 400€.

Verfolgst du nur deine Tätigkeit als bspw. Streamer, und verdienst weniger als 9000€ jährlich damit, zahlst du keine Steuern.

Wichtig für alle, die einen anderen Hauptberuf haben:

Ihr solltet darauf achten, dass eure Selbstständigkeit als Nebenerwerb durchgeht. Ansonsten könnt ihr in eine höhere Steuerklasse rutschen, was sehr teuer werden kann (Höhere Steuern + höherer Krankenversicherungsbeitrag).

Wer bereits eine Gesellschaft gegründet hat, also eine GmbH, UG oder Ltd, der muss entsprechend der lokalen Gewerbesteuersätze (Stichwort: Hebesatz) Gewerbesteuer und Körperschaftssteuer entrichten.

Zwar ist die Effektivsteuer hier abhängig vom Ort des Unternehmens, in der Regel liegt die Besteuerung aber meistens zwischen 25 und 30%.

Wie aber müsst ihr dann privat die Einnahmen versteuern?

Wenn euch die Firma gehört, ihr also Gesellschafter seid, dann sind Einnahmen, die ihr aus der Firma zieht, Kapitalerträge.

Und die werden in Deutschland pauschal mit 25% besteuert (Stand März 2020).

In beispielsweise Malta sind solche Kapitalerträge in der Regel steuerfrei, aber das Land ist auch nicht für jedermann etwas.

Folgende Infografik soll die verschiedenen Konstellationen beleuchten und aufzeigen, welche Steuer wie anfällt.

 

In welcher Konstellation auch immer du dich befindest: Du musst deine Einnahmen korrekt versteuern.

KAPITEL 4

Wo die Steuern für Einnahmen aus Twitch, YouTube, Instagram und TikTok bezahlt werden müssen

YouTube, Facebook und Co. machen es in Irland…

Du machst es aktuell vermutlich in Deutschland…

Wir alle sollten es irgendwo machen…

Was? Steuern zahlen!

Lasst uns klären, WO man richtigerweise seine Steuern zahlen muss.

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Ein heikles Thema bei Einnahmen aus dem Internet ist immer der Besteuerungsort.

Vielleicht habt ihr es verfolgt, aber die Diskussion, wo Google und Co. Steuern entrichten müssen, hat derzeit einen neuen Höhepunkt erreicht.

Frankreich ist Vorreiter und lässt unter anderem Facebook zusätzliche Steuern bezahlen.

Die Krux an der Sache: Facebook gibt die Mehrkosten 1 zu 1 an die Werbetreibenden weiter.

Am Ende stehen aktuell also die Werbetreibenden aus Frankreich schlechter da, weil sie höhere Kosten haben. Gerade international ein absoluter Nachteil.

Dennoch halte ich die Diskussion für wichtig und auch die Forderung, dass Unternehmen dort Steuern bezahlen müssen, wo sie Werte schöpfen, absolut für richtig. Steuerminimierung, während man die Infrastruktur eines Landes nutzt, ist äußerst fragwürdig.

Was bei den Großkonzernen gilt, ist bei dir aber nicht anders:

Grundsätzlich ist entscheidend, wo deine Wertschöpfung liegt, wo also du das erbringst, womit du dein Geld verdienst.

Das heißt: Nehmt ihr eure Twitch Streams immer in Düsseldorf auf? Dann seid ihr in Düsseldorf für die hieraus generierten Einnahmen steuerpflichtig.

Verwaltet ihr den Instagram-Channel, über den ihr Affiliate-Links verteilt, von Berlin aus? Dann müssen diese Einnahmen dort versteuert werden.

Ihr wohnt in Malta und macht dort alle Videos für euren YouTube Channel? Dann muss in Malta besteuert werden.

Ich denke, das Muster ist klar.

Es gäbe meinen Berufsstand aber nicht, wenn es hierbei nicht auch Ausnahmen gäbe.

Denn was ist beispielsweise, wenn ihr zu einer Reise eingeladen werden, und auf Bali ein Video postet, das Einnahmen generiert?

Nun ja, Steuerrecht ist einfach und komplex zugleich. Ganz grundsätzlich hat in diesem Fall Indonesien das Recht, diese Einnahmen zu besteuern.

Großes Aber: Deutschland hat mit Indonesien ein so genanntes Doppelbesteuerungsabkommen.

Es soll verhindern, dass ihr auf Einnahmen doppelt Steuern bezahlt. Zwischen den meisten Ländern gibt es diese Abkommen.

Letztlich ist dort festgelegt, dass die Steuerlast für selbstständige Arbeit dort liegt, wo der Lebensmittelpunkt liegt, sofern keine Betriebsstätte im Ausland vorliegt.

Eine Betriebsstätte ist ein Ort, der maßgeblich für die Wertschöpfung eines Unternehmens beiträgt. Es gibt viele Faktoren, die darüber entscheiden, ob der Fiskus einen Ort als Betriebsstätte sieht oder nicht. Als Unternehmer ist man überall dort steuerpflichtig, wo eine Betriebsstätte liegt.

Für die Einnahmen eures Videos heißt das: Solange ihr in Deutschland euren Lebensmittelpunkt habt, werden auch Einnahmen aus dem Ausland dort versteuert, denn ein einmaliger Auslandstrip löst noch keine Betriebsstätte aus.

Und was ist, wenn man das ganze Jahr auf Reisen ist?

Eine der Fragen, die ich liebe.

Der ein oder andere Berater (oftmals die, die eben nicht auf International Tax spezialisiert sind),  sagt jetzt:

Wie ich bereits gesagt habe:

Dort wo man Wertschöpfung erbringt, liegt immer eine Steuerpflicht vor. Nur dank Doppelbesteuerungsabkommen wird auch betrachtet, ob eine Betriebsstätte vorliegt.

Das Abkommen gilt aber nur, wenn ihr in einem Land, also irgendwo, eure Hauptsteuerpflicht habt!

Heißt im Umkehrschluss: Wer nirgendwo seinen Lebensmittelpunkt hat, ist nicht etwa nirgendwo steuerpflichtig, sondern überall.

Dass diese Praxis aktuell dennoch funktioniert, heißt nicht, dass sie legal ist. Sie ist de facto illegal, Steuerhinterziehung und damit seit neustem auch ein Geldwäschedelikt.

An alle Digitalen Nomaden und Vielreisenden: Aufpassen!

Kurze Anmerkung: 0-Besteuerung gibt es nicht, Niedrigbesteuerung jedoch schon. Aufgepasst bei der Wahl des Wohnsitzes. Aber mehr dazu im folgenden Kapitel.

US-Behörden: W8-Ben oder W8-Ben-E Formular 

Die ein oder andere Plattform wird von euch verlangen, ein W8-Ben-(E) Formular auszfüllen. Hierbei handelt es sich um ein Formular der US-Steuerbehörden. Unternehmen wie Google lassen das Formular ausfüllen, um zu dokumentieren, dass Zahlungen, die sie ins Ausland tätigen – nämlich an euch – nicht in den USA versteuert werden müssen. Die USA sind mitunter das strengste Land, was die Dokumentationspflichten und Steuerpflichten angeht, deswegen ist es in eurem Interesse, das Dokument wahrheitsgemäß auszufüllen. 

Grundsätzlich müsst ihr dort eure Steueridentifikationsnummer angeben, damit im Falle eines Finanzdatenaustauschs nachvollzogen werden kann, wo die Einnahmen, die ihr erzielt habt, versteuert wurden. bzw. im Umkehrschluss ob es für die amerikanischen Steuerbehörden noch etwas zu holen gibt oder nicht.

KAPITEL 5

Macht es als YouTuber, Influencer, TikToker oder Affiliate Marketer Sinn ein Unternehmen im Ausland zu gründen?

Unternehmen sind heute immer internationaler aufgestellt.

Vielleicht hast auch du dir bereits Gedanken über eine Firmengründung im Ausland gemacht.

Doch macht das überhaupt Sinn? 

Klären wir, wo YouTuber, Influencer, TikToker und Affiliate Marketer sinnvollerweise ihre Firma Gründen sollten.

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Das Gute an der Tatsache, dass man als YouTuber, Influencer oder auch Affiliate Marketer ortsunabhängig arbeiten kann, ist, dass man wirklich überall wohnen kann und direkt mit dem Beruf weitermachen kann.

Ich erinnere mich noch an meine Anfänge bei PwC oder auch Ernst & Young in Zürich. Gerade im Projekt wäre es unmöglich gewesen, dauerhaft aus weiter Entfernung zu arbeiten.

Heute ist das glücklicherweise anders.

Alles wird internationaler und auch bei der Firmengründung sind Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer über Landesgrenzen hinaus gut aufgestellt.

Die Frage, die sich hierbei oft stellt: Besteht die Notwendigkeit?

Schnelle und einfache Antwort: Nein.

Macht es für den ein oder anderen dennoch Sinn? Absolut.

Warum ich zu diesem Zwischenfazit komme?

Nun ja, dank Doppelbesteuerungsabkommen und internationalem Austausch von Finanzdaten ist es heute die Motivation, etwas vor dem deutschen Fiskus zu verstecken, sinnlos (endlich!).

Zum anderen muss man für internationale Geschäfte nicht international vertreten sein. Zu Punkt a) später noch etwas mehr.

Auch wenn du für dein Instagramprofil um die Welt reist, oder von überall aus streamst, reicht es, wenn du in Deutschland ein Gewerbe hast, so lange du dort deinen Lebensmittelpunkt hast. Für die allermeisten ist das die passende Lösung.

Einige Menschen wollen aber aus verschiedenen Motivationen heraus irgendwo anders ihren Lebensmittelpunkt haben.

Sei es, weil sie schon immer in Norwegens Fjorden leben wollten, Maltas milde Winter lieben oder einfach nur, weil es für das Unternehmen und sich selbst aus finanzieller Sicht Sinn macht.

Dann gilt das gleiche Prinzip:

Was definitiv keinen Sinn macht in meinen Augen: Eine Firmengründung dort, wo nicht der Lebensmittelpunkt liegt. Das wurde früher zwar öfter praktiziert und auch heute gibt es den ein oder anderen Steuerberater, der das empfiehlt, ich halte es aber zumindest für fragwürdig.

Warum?

Die Steuergesetze werden immer weiter international angeglichen. Und es geht immer mehr in die Richtung, dass eine Eigeninterpretation von Steuergesetzen abgelehnt wird.

Soll heißen: Wenn der Gesetzgeber will, dass du Steuern für Arbeit, die du in Deutschland verrichtest, auch in Deutschland versteuern willst, dann wird er das durchsetzen können.

Sei es durch Anpassungen von Gesetzen oder anderen Schritten.

Da in der Regel ohnehin nur dann im Ausland gegründet wird, ohne dort hinzuziehen, um die Steuern zu minimieren, noch etwas Klarstellung:

Auch Einkünfte einer ausländischen Firma müssen in Deutschland mit der Kapitalertragssteuer besteuert werden.

Zwar fallen ggf. weniger Unternehmenssteuern an, der Unterschied ist am Ende aber weitem nicht so groß, wie wenn man auch wirklich vor Ort leben würde.

Die Folge: Diese Struktur macht in der Regel keinen Sinn, und wenn, dann nur bei Gewinnen ab dem mittleren sechsstelligen Bereich.

Das bedeutet: Bleibt ehrlich, macht es so, dass es sauber ist und versucht nicht, künstlich Geschäfte zu verschieben.

Das geht vielleicht 1-2 Jahre gut, spätestens aber wenn eine Steuerprüfung gemacht wird, werden dann Fragen gestellt. Und wenn die nicht zur absoluten Zufriedenheit beantwortet werden, müsst ihr beweisen, dass wirklich alles sauber ist.

Um nun aber noch einmal auf die Ursprungsfrage einzugehen:

Nur wegen Steuern eine Firma im Ausland zu gründen, macht in meinen Augen keinen Sinn. Wenn ihr aber ohnehin mal ins Ausland ziehen wollt, kann das Ausland sicherlich interessant sein.

Für wen dann noch ein steuergünstiges Land wie Malta als passend erscheint, der schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe.

KAPITEL 6

Was sich nach der globalen Mindeststeuer-initiative ändern könnte

Eine globale Mindeststeuer…

…das bahnt sich gerade an. Zumindest wenn es nach Olaf Scholz (deutscher Finanzminister) und der OECD geht.

Doch wird sie kommen? Und wenn ja, was ändert das für euch?

Finden wir es heraus!

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Gerade erst hat der G20 Gipfel auf der Tagesordnung gehabt, einen internationalen Mindeststeuersatz einzuführen.

Hintergrund:

Unternehmen wie Facebook, Google und Apple scheffeln Milliarden Umsätze und zahlen nur minimal Steuern.

Im Gespräch ist ein Mindestkörperschaftssteuersatz (was für ein Wort) von 12,5%.

Was hätte das zur Folge?

Nun ja, viele Steuerparadise würden an Attraktivität einbüßen – so zumindest die Theorie.

Ich sehe in dem Vorhaben aber vor allem ein Vorstoß in Richtung Homogenisierung von Steuergesetzen.

Soll heißen: Man will verhindern, dass jeder sein eigenes Süppchen kocht.

Lange haben sich die Länder aufeinander zu bewegt, was Steuern angeht, damit jeder das bekommt, was er verdient.

Bei digitalen Dienstleistungen war und ist man sich aber uneins. Und so hat Frankreich als erstes Land die Digitalsteuer eingeführt. Jetzt wird befürchtet, dass weitere Staaten dem folgen.

Am Ende stünde niemand besser da, aber was will man machen, wenn Einzelne eine globale Initiative verhindern?

Die kommenden Monate und die Initiative zur Mindestbesteuerung werden von vielen – mich eingeschlossen – als einer der letzten Möglichkeiten gesehen, auf einen Konsens zu kommen.

Doch angenommen, die Initiative setzt sich durch. Was ändert sich dann für Twicht-User, YouTuber, Influencer und Affiliate-Marketer?

Kurze Antwort: Mit Sicherheit werden Steuern internationaler verteilt werden.

Wenn ihr also Zuschauer aus vielen verschiedenen Ländern habt, werden die durch euren Content generierten Einnahmen auch in vielen Ländern verteilt werden. Ich bin aber davon überzeugt, dass ihr deswegen nicht mehr Aufwand habt.

Ich kann mir aber gut vorstellen, dass die Internetkonzerne die Mehrkosten an die Content-Producer weitergeben.

Sprich: Beteiligungen werden sinken. So war es leider häufig.

Für Einnahmen, die direkt an euch gezahlt werden, ändert sich meiner Meinung nach nichts. Diese müsst ihr weiter regulär an dem Ort versteuern, in dem euer Gewerbe liegt.

Und was wenn die eigene Firma in Malta liegt? Bekanntermaßen liegt der Effektiv-Steuersatz hier bei 5,4%.

Das ist nur die halbe Wahrheit. Der Körperschaftssteuersatz liegt in Malta bei 35%. Nur durch eine Erstattung der Steuer kann dieser auf bis zu 5,4% gesenkt werden.

Damit ändert sich meiner Einschätzung nach hieran auch nichts durch eine Mindestkörperschaftssteuer von 12,5% – dieses Maß erfüllt Malta bereits heute.

KAPITEL 7

Welche Fehler du unbedingt vermeiden solltest, wenn du für Twitch, YouTube, Instagram oder TikTok ein Unternehmen gründest

Man sollte aus Fehlern lernen.

Und am besten aus denen anderer.

Lass mich dir einige Fehler mit auf den Weg geben, die andere gemacht haben, und die du vermeiden kannst.

Also pass genau auf!

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Abschließend möchte ich noch einmal einige Worte an dich richten.

Mir ist es ein großes Anliegen, dass du deine Unternehmung richtig angehst und nicht die gleichen Fehler machst, wie viele Unternehmer, die uns um Hilfe bitten, weil sie eine schlechte Struktur aufgebaut haben.

Melde das Gewerbe dort an, wo du wohnst!

Achte darauf, dass du dein Gewerbe dort meldest, wo du auch wohnhaft bist.

Versuch nicht durch günstige Firmengründungen im Ausland deine Steuerlast zu senken. Auch wenn das für kurze Zeit funktionieren sollte, wirst du im Nachhinein einen hohen Preis hierfür bezahlen

Baue keine schlechten Firmenstrukturen auf

In der Vergangenheit sind viele Unternehmen negativ aufgefallen, weil es Briefkastenfirmen in Steueroasen gab, in denen Geld versteckt wurde und geparkt wurde.

Wie bereits erwähnt, gibt es heute so viele Finanzabkommen, dass diese Praxis nicht mehr anwendbar ist. Und das ist gut so!

Denn:

Sich auf zweifelhafte Strukturen zu stützen, kann niemals nachhaltig sein.

Es gibt kein Steuerschlupfloch, das lange bestehen bleibt. Glaubt es mir.

Daher auch meine Prophezeiung: Alle digitalen Nomaden und Co., die heute von einer 0-Besteuerung, nun ja, „profitieren“, werden in einigen Jahren Probleme bekommen.

Das wiederum bedeutet, dass bis zu 10 Jahre rückwirkend Steuerbescheide ausgestellt werden können. Und gegen solche Steuerbescheide vorzugehen, wenn man nicht sauber gearbeitet hat, ist nahezu unmöglich.

Es gilt die Beweislastumkehr, was bedeutet, dass nicht das Finanzamt euch nachweisen muss, dass ihr schuldig seid, sondern ihr beweisen müsst, dass ihr alles richtig gemacht habt.

Und wie in meinem oben eingebetteten Video untermauert, wird das Finanzamt jeden Weg nutzen, euch eine Steuerschuld nachzuweisen. Ein legitimes Vorgehen, wenn der Vorwurf Substanz hat.

Lass dich nicht vom günstigsten Anbieter beraten

Wenn du dir Steuerberatung ins Haus holst oder einen Partner zur Firmengründung suchst, nimm nicht den günstigsten Anbieter.

Du musst beileibe nicht das Premium-Produkt nehmen, aber wenn der Anbieter nur die bloße Firmengründung anbietet, ist das keine Hilfe.

Eine Firmengründung geht maximal 2 Tage und sollte keine Dienstleistung an sich sein, für die ihr bezahlen müsst.

Ihr haftet für das, was eure Berater für euch einrichten, deswegen gehört zu einem solchen Schritt auch immer eine umfassende Beratung. Und das sage ich nicht aus Eigenwerbung, sondern weil ich etliche Fälle kenne, in denen die Mehrkosten für die Inanspruchnahme des günstigsten Anbieters im Endeffekt um ein Vielfaches teurer war.

Jetzt aber etwas Eigenwerbung:

Ich habe an einigen Stellen bereits erwähnt, dass Malta für den ein oder anderen interessant sein könnte.

Um nicht gleich eine Beratung in Anspruch nehmen zu müssen, haben mein Team und ich den DWP QuickCheck entwickelt.

Damit kannst du testen, ob du und dein Business Case für Malta geeignet ist. Zwar ist der Standort bei Online-Unternehmern ohnehin sehr beliebt, weil das Umfeld ideal ist, um zu wachsen, dennoch gibt es Punkte, die im Einzelfall dazu führen, dass man besser nicht nach Malta ziehen sollte.

Deswegen: Vorher Eignung prüfen, dann weitere Schritte abwägen.

FAQ

Die einfache Antwort: Ja. Bei solchen Spenden handelt es sich nicht um Spenden im rechtlichen Sinne, sondern um reguläre Einnahmen. Daher unterliegen sie einer Steuerpflicht.

Ja. Da eine Leistung im Gegenzug für eine Zahlung erfolgt, muss bei Einnahmen von Privatpersonen MwSt. bezahlt werden. Ausnahmen bilden Kleinunternehmern.

Wer noch keine all zu großen Einnahmen hat, muss in der Regel auch nicht viel Steuern bezahlen. Wer bereits hohe Einnahmen erzielt, kann unter Umständen durch steuerliche Optimierung Steuern sparen.

Solche Online-Unternehmer – die sie de Facto sind –  unterliegen der generellen Unternehmensbesteuerung. Das heißt Umsatzsteuer, Körperschaftssteuer, Gewerbesteuer. Je nach Höhe der Einnahmen variiert die Besteuerung.

Abschluss - Jetzt bist du an der Reihe

Ich hoffe, mein Beitrag hat dir geholfen! An dieser Stelle schließe ich diesen Blog-Post und schicke dir viele Grüße aus Malta.

Für all diejenigen, die bereits groß denken,  möchte ich an dieser Stelle meine kostenfreie Erstberatung erwähnen. Hinterlasse einfach deine Kontaktdetails, und mein Team wird sich für eine Terminvereinbarung bei dir melden.

Dein Philipp

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Über Philipp M. Sauerborn

Philipp Maria Sauerborn ist diplomierter Steuerberater und Experte für International Tax & Blockchain. Als CEO der Kanzlei Dr. Werner & Partner in Malta hat er bereits über 3000 Mandanten zu deren persönlicher Steuersituation beraten.

30 Antworten

  1. Hi Philipp,

    vielen Dank für diesen super informativen Beitrag. Ich hätte auch noch zwei Fragen und wäre Dir so dankbar für eine Rückmeldung.

    1. Ich filme nebenbei TikTok-Videos und habe auch ein Gewerbe angemeldet. Wie gestaltet es sich denn mit den Einnahmen aus dem TikTok-Creator-Fund bei der Steuererklärung – da man hierfür keine Rechnung stellt (somit gibt es auch keine Rechnung-Nummer), sondern die Zahlung einfach monatlich auf das Konto läuft. In meiner Steuererklärungs-Software muss ich aber eine „Beleg-Nummer“ angebe. Ich habe bei meinen anderen Kooperationszahlungen immer einfach die Rechnung-Nummer verwendet. Wie mache ich es bei solchen Einnahmen (Creator Fund), wo es keine Rechnung gibt? Man kann sich hier auf TikTok leider auch keine Rechnung herunterladen.

    2. Ich habe von einem Partner Handyhüllen erhalten, die ich in einem Gewinnspiel verlost habe. Den Wert der Handyhüllen muss ich doch auch in der Steuererklärung angeben – aber wo? Bei den Einnahmen? In meiner Steuersoftware (SmartSteuer) gibt es hierfür zumindest kein Feld..

    1000 Dank vorab für die Beantwortung meiner Fragen.

    Liebe Grüße
    Lena

    1. Hallo Lena,
      zu 1. – am Ende des Tages muss es korrekt und plausibel sein. Erhältst du irgendeinen Auszahlungsnachweis? Falls ja, würde ich diesen angeben, auch wenn es sich nur um eine einfache E-Mail handelt.
      Zu 2. – Sofern du die Handyhüllen auch wieder herausgibst, sind diese mehr oder weniger ein durchlaufender Posten – du steigerst also nicht deinen Gewinn. Ich kann dir nicht genau sagen, wie sich dies buchhalterisch mit deiner Software lösen lässt, wie gesagt ändert sich, da du die Ware auch wieder verlost, nichts an deinem Gewinn und damit idR. auch nichts an deiner Steuerlast.
      Viele Grüße
      Philipp M. Sauerborn

  2. Hallo Herr Sauerborn,
    erstmal bedanke ich mich das Sie zeit haben und unsere Fragen zu beantworten,bin16 und mache Abitur
    nebenbei mach ich TikTok Kurzfilme und verdiene ein klein bisschen Taschengeld( 90-200€ i.M ),
    Miene frage musste ich dafür Gewerbe anmelden?
    und für Meinen Taschengeld Steuern bezahlen?

    1. Hallo Cem,
      du musst sowohl ein Gewerbe anmelden als auch USt. abführen für die Einnahmen. So lange es in dem kleinen Rahmen bleibt, musst du zumindest keine Einkommenssteuer, Gewerbesteuer oder dergleichen bezahlen.
      Viele Grüße
      Philipp M. Sauerborn

  3. Hallo Philipp,

    erst einmal vorweg: Der Blog ist wirklich informativ und hilfreich. In vielen Dingen konnte er mir gedanklich weiterhelfen.

    Jedoch fehlte mir noch etwas, zu dem ich eine Frage hätte.
    Erst einmal zu meiner Lage. Ich bin gezwungenermaßen durch meine Gesundheit und die momentane Weltlage vom Amt (ALG2) abhängig und noch in der Prüfung, ob in meinem Fall Krankengeld nicht angemessen wäre. Ich bin vor einiger Zeit schon dem Affiliate Programm von Twitch beigetreten, jedoch ohne Einnahmen, noch Spenden. Erst kürzlich sind die ersten Subcribes reingeflattert, was mich sehr gefreut hat, aber gleichzeitig Fragen aufwarf. Eine Gewinnausschüttung gibt es auf Twitch generell erst ab 100$, die ich zwar noch nicht erreicht habe, aber vielleicht kommt der Punkt ja irgendwann. Da wäre ich doch gern vorbereitet.

    Wie verhält es sich nun also mit dem JobCenter und diesem Hobby als Nebentätigkeit? Ich wohne mit meinem Freund zusammen, welcher so viel verdient, dass ich nur noch 147€ monatlich bekomme, da sein Gehalt angerechnet wurde.
    Was würde sich also bei mir ändern und was von meinen Twitch-Einnahmen würde das Job-Center „schlucken“?

    Vielen dank im Voraus und ein schönes Wochenende
    Magdalena

    1. Hallo Magdalena,
      da bin ich leider überfragt ehrlich gesagt. Grundsätzlich werden die Twitch Einnahmen wie normale gewerbliche Einnahmen behandelt. Ich würde mich also dahingehend informieren, ab wann gewerbliche Einnahmen angerechnet werden.
      Bitte entschudldigen Sie, dass ich in diesem Falle nicht besser weiterhelfen kann.
      Beste Grüße aus Malta
      Philipp M. Sauerborn

  4. Hi, ich bin noch minderjährig und verdiene somit nur Geld mit Twitch und habe kein anderes Einkommen. Meine Eltern wissen vom Streamen suf Twitch und davon, dass ich ein kleines Bisschem Geld damit verdiene. Nun meine Frage, muss ich dafür ein Gewerbe anmelden und muss ich die Einnahmen versteuern?

    1. Hallo Canoob,
      grundsätzlich ja. Sobald du Geld mit Twitch verdienst, musst du die Einnahmen auch versteuern. Abhängig vom Alter müssen hierbei die Eltern involviert werden (Stichwort Geschäftsfähigkeit).
      Viele Grüße
      Philipp M. Sauerborn

  5. Hallöchen,
    Kleine Frage, wie sieht das ganze denn bei mir aus? 🙂
    Ich bin Dualer Student und verdiene ca. 1300€ brutto monatlich, bei meiner Ausbildungstelle.
    Das Streaming mache ich nur als Hobbie und klar, wenn es gut läuft, würde ich gerne damit Geld verdienen wollen, aber nicht Hauptberuflich.

    Wie sieht das dann für mich aus, wenn ich Donations bekomme?
    Und was genau muss ich machen, wenn ich dem Affilliate Programm beitrete und ein Zuschauer mich Subscriben will?
    Gewerbe? Steuern?

    Mfg
    Lukas

    1. Hallo Lukas,
      grundsätzlich brauchen Sie für die Einnahmen ein Gewerbe, das ist richtig. Bzgl Ihrer aktuellen Anstellung ändert sich erst dann etwas, wenn davon auszugehen ist, dass das Streaming Ihre Haupttätigkeit ist. Das wird idR. spätestens dann angenommen, wenn die Streaming Einnahmen die anderen Einnahmen übersteigen. Das hat folgende Auswirkungen:
      a) Ihre aktuelle Tätigkeit wird in einer anderen Steuerklasse versteuert, idR. steuerungünstig.
      b) Sie müssen sich über die neue Haupttätigkeit krankenversichern, in diesem Falle also als selbstständiger.

      Bemessungsgrundlage ist natürlich der Zeitaufwand, den das Streaming in Anspruch nimmt. Sofern Ihnen durch das Streaming Kosten entstehen (bspw. neuer PC, Kamera, etc.), und der effektive Gewinn entsprechend ausfällt und ihr zeitlicher Fokus auf der Haupttätigkeit liegt, ist eine Nebentätigkeit unproblematisch. Ggf. müssen Sie hierfür jedoch die Genehmigung Ihres Arbeitgebers dafür einholen.
      Beste Grüße aus Malta
      Philipp M. Sauerborn

  6. Ich lese hier leider so gut wie gar nichts über die verschiedenen Steuersätze, was wirklich schade ist.

    Ich bin hauptberuflich Musiker und streame seit 3 Jahren regelmäßig, was mir mittlerweile einen sehr guten Nebenverdienst einbringt.

    Trete ich auf einem Konzert auf berechne ich den ermäßigten Steuersatz von 7% auf meine Gage. Wie ist das bei einem Onlinekonzert? Hier müssten ja ebenfalls die 7% anfallen, oder?
    Baut das Konzert allerdings auf die Donations der Zuhörer auf (wie zum Beispiel bei dringeblieben.de), sind es dann 19%?
    Und: Wenn ich selbst Kultur, also ausschließlich Musik streame und der Content generell ja frei zugänglich ist, müsste dann nicht hier ebenfalls die 7% Regel angewendet werden?
    Falls nein: Warum nicht?

    1. Hallo Herr Vogelsang,
      über welche Steuersätze würden Sie denn hier gerne etwas lesen?
      Die USt. Berechnung für Onlinekonzerte ist natürlich ein Spezialfall. In meinen Augen erfüllt ein Online-Konzert, sofern es sich um eine individuelle Darbietung für die Zuschauer handelt, um ein Konzert, dass zur Abrechnung mit 7% MwSt. berechtigt. Ich würde aber empfehlen, hier nochmals einen Fachmann aufzusuchen, weil ich mir nicht anmaße, mich als ein solcher in Ihrer Branche zu bezeichnen.
      Die Donations sind für mich mit 19% zu versteuern, da die 7% Regelung auf den Verkauf der Zugangsberechtigung bezogen sind. Da die Donations individuell sind und nicht den Zugang gewähren, gilt die Ermäßigung mMn. entsprechend nicht.
      Ich hoffe, das gibt einen ersten Anhaltspunkt. Ein Beratungsgespräch mit einem Steuerberater, der auf Künstler spezialisiert ist, ist sicherlich sinnvoll.
      Beste Grüße
      Philipp M. Sauerborn

  7. Hallo,
    Wie viel kostet es sich ein Steuerberater zu nehmen, der regelmäßig bei Fragen hilft?

    Ich habe gerade erst gestartet und ein Gewerbe angemeldet und noch keine großen Einnahme um ein Steuerberater einfach Mal so zu zahlen.

    1. Hallo Frau Berrami,
      zwar gibt es eine Vergütungsverordnung bei Steuerberatern, diese bietet jedoch gewisse Spielräume. Normale Fragen werden idR. nach Stunde abgerechnet, die dann wiederum zum Stundensatz abgerechnet wird. Jeder Steuerberater kann Ihnen aber vorab den Beratungssatz mitteilen, der angesetzt wird.
      Für gängige Fragen zum Start in die Selbstständigkeit kann ggf. auch die IHK aushelfen.
      Beste Grüße
      Philipp M. Sauerborn

  8. Ich bin Streamer aus Deutschland und streame auf Twitch. Habe mich zu den steuerlichen Aspekten schon so gut es mir möglich war eingelesen. Habe aber einen großen Punkt, bei dem ich mir nicht sich bin:
    Ich habe in Deutschland weitere umsatzsteuerpflichtige Einkünfte, die Kleinunternehmerregelung kommt für mich also nicht in Betracht.
    Twitch ist ein Unternehmen in den USA. Wenn ich nun Auszahlungen durch Twitch erhalte, handelt es sich um sonstige Leistungen mit dem Leistungsort USA handeln, die somit nicht (umsatzsteuerlich) steuerbar in DE sin

    Ist das wirklich richtig?

    1. Hallo Theo,
      grundsätzlich bezieht sich die Kleinunternehmerregelung auf die Unternehmung und nicht die Person. D.h. wenn Ihre andere Tätigkeit klar unterscheidbar von den Einnahmen auf Twitch sind, können Sie auch für die Twitch Einnahmen auf die Kleinunternehmerregelung zurückgreifen.
      Bzgl. der Einnahmen aus den USA hängt es davon ab, wie diese auf dem Auszahlungsbeleg deklariert werden. Ich würde Sie bitten, mir einmal einen Beleg an zukommen zu lassen, dann kann ich mir die Angaben genauer ansehen und eine qualifizierte Einschätzung abgeben.
      Viele Grüße
      Philipp M. Sauerborn

      1. Hallo,

        das ist genau auch meine Frage. Ich wüsste gerne mal ob das geklärt worden ist. Ich bekomme von Twitch keinen Auszahlungsbeleg, nur von PayPal über die Gutschrift. Auch nach Anschreiben reagiert Twitch nicht und ich bekomme keine Rechnung/Gutschrift.

        Viele Grüße

        1. Hallo Jennifer,
          leidere habe ich von Ihren Vorschreiber keinen Beleg zugesandt bekommen. Dennoch, mMn. schulden Sie die USt., sofern dies nicht anders auf dem Auszahlungsbeleg vermerkt ist. Da Sie keinen Auszahlungsbeleg vorweisen können, der in irgendeiner Form Reverse Charge nennt, schulden Sie als Leistungserbringer (Sie streamen schließlich) im Umkehrschluss auch die USt. Ich kann Ihnen versichern, dass selbst professionelle Streamer hiermit zu kämpfen haben – die Plattformen sind da leider wenig hilfreich.
          Beste Grüße aus Malta
          Philipp M. Sauerborn

  9. Sehr geehrter Herr Sauerborn,
    zu erst einmal möchte ich einiges zu mir erzählen. Ich bin 23 Jahre jung, komme aus dem schönen Baden Württemberg. Zurzeit studiere ich noch an einer Hoschule und denke das geht noch ca.2 Jahre. Während dem Studium ist das Streamen von mir zum Hobby geworden. Dadurch halte ich mich während meiner Freizeit in dieser Pandemiebedingten Lage öfters auf Live Plattformen um zu streamen. Nun ist meine Frage an Sie ich beziehe zum Studium einen sehr kleinen Bruchteil an BaföG und will nun zum Affiliate Programm von Twitch beitreten doch es gibt noch einige Fragen die offen sind. Dazu gehören, muss ich nur ein Gewerbe anmelden und sonst mich nirgends mehr eintragen lassen ? Wie sieht es aus wie viel darf ich verdienen, dass ich noch gesetzlich familienversichert oder studentisch pflichversichert bin ? Zu dem stellt sich die Frage wie sieht es mit den Steuern aus ? Ab wann muss ich Steuern zahlen oder etwas an das Finanzamt zahlen ? Und wie sieht es aus kann man sich entscheiden ob man das Gewerbe als Nebenjob oder Hauptjob wählen darf ? Ja in den Semesterferien arbeite ich ab und zu auf 450 € Basis oder manchmal auch mehr. Wenn Sie mir ein paar Tipps und ausführliche Antworten zu meinem Anliegen mir zuschicken könnte, würde es mich sehr freuen

    1. Hallo Justin,
      grundsätzlich reicht die einfache Gewerbeanmeldung aus, sofern Sie keine GmbH/UG o.ä. gründen möchten. Was die Krankenversicherung angeht, so gibt es je nach Krankenkasse unterschiedliche Grenzen. Wichtig ist, dass das Studium klar als Hauptbeschäftigung hervorgeht und jede andere Tätigkeit nur Nebenbeschäftigung ist. Hier legen einige Krankenkassen einen wöchentlichen Zeitaufwand von maximal 20 Stunden als Limit fest, andere einen Verdienst von 450€ monatlich. Hier müssen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse informieren („Selbstständige Nebentätigkeit als Student“).
      Was Steuern anbelangt, so steht Ihnen ein Freibetrag von 9408 Euro jährlich zu (Summe aller Tätigkeiten). Darüber hinaus fällt regulär Einkommenssteuer an. Je nach Rechtsform Ihres Gewerbes und der Höhe des Gewinns fallen weitere Steuerarten an – wenn Sie unter den 9408 Euro bleiben, müssen Sie sich um das Thema Steuern idR. jedoch keine Gedanken machen.
      Ob Nebengewerbe oder Hauptgewerbe hängt primär davon ab, wie viel Zeit Sie investieren. Darauf basierend liegt es nicht allein an Ihnen, sondern auch an den Behörden und Institutionen, Ihre Tätigkeit als Neben- oder Haupterwerb einzuschätzen.
      Zwischen Arbeit in den Semesterferien oder außerhalb wird nur bei den Krankenversicherungen unterschieden. In der Regel ist es erlaubt, in Semesterferien über einen begrenzten Zeitraum auch mehr als die Limits (20h pro Woche bzw. 450€ pro Monat) zu arbeiten.
      Ich wünsche Ihnen viel Erfolg, beste Grüße aus Malta
      Philipp M. Sauerborn

  10. wie verhält es sich mit Trinkgeldern bei Twitch bzg. Umsatzsteuer?
    M.E. umsatzsteuerpflichtig in Deutschland oder?

    Das Geld kommt von ADYEN NV mit dem Verwendungszweck StreamElements Tips Payout.

    Ich habe jetzt gelesen, das jemand meint es würde an der Gegenleistung fehlen und daher wären Donations nicht umsatzsteuerpflichtig.

    Gibt es hier eine Rechtsgrundlage?

    1. Hallo Silvia,
      das ist umstritten. Ich bin der Meinung, es besteht eine Umsatzsteuerpflicht, da die Gegenleistung darin besteht, dass gestreamt wird. Anders als bei bspw. Straßenmusikanten, deren Einnahmen nicht umsatzsteuerpflichtig sind (siehe Urteil vom EuGH), geschieht das Zusehen des Nutzers nicht zufällig. Während sich die Zuhörer in der Fußgängerzone nämlich nicht konkret dafür entschieden haben, den Straßenmusiker zu hören, ist das beim Zusehen eines Twitch Streams anders. Daher: Umsatzsteuerpflichtig.
      Wo die USt. nun abgeführt werden muss, darüber lässt sich streiten. Google mit YouTube und auch die meisten anderen Plattformen, die Beteiligungen an Werbeeinnahmen ausschütten, sind der Auffassung, im Land des Unternehmens USt. abführen zu müssen (bei Google also Irland) – man erhält also direkt den Netto-Betrag.
      Da Twitch für Donations keine USt. abführt, müssen aber definitiv Sie sich darum kümmern. Und da es auch Argumente dafür gibt, dass die USt. im Land des Streamers abgeführt werden muss, würde ich es in Ihrem Fall auch so gestalten.

      Steuerrecht ist leider nicht immer ganz eindeutig, gerade bei neuen Entwicklungen.

    2. Hi Philipp,
      Danke für deinen interessanten Beitrag. Eine Frage, die sich mir aber noch stellt: Muss ich als Einnahmen-Überschuss-Rechner meine Einnahmen erst versteuern, wenn ich sie mir von YouTube auf mein Bankkonto zahlen lasse oder bereits schon, wenn sie bei YouTube hinterlegt sind?
      Danke im Voraus und liebe Grüße
      Nadine

      1. Hallo Nadine,
        das Geld musst du versteuern, sobald du die Verfügungsgewalt hierüber besitzt – es gilt das Zuflussprinzip. Daher musst du das Geld versteuern, sobald du es auf deinem Bankkonto eingeht.
        Viele Grüße aus Malta
        Philipp

        1. Hallo, gilt dies nur bei YouTube Einnahmen oder auch bei Einnahmen, die ich als Affiliate bei Amazon oder als Affiliate oder Vendor bei digistore24, elopage und Co erziele?
          Wenn ich die Einnahmen, die ich dort im Laufe des Jahres 2021 erziele, mir erst im Januar 2022 auszahlen lasse, wann muss ich sie versteuern? 2021 oder 2022? Ich bin Kleinunternehmer und nutze die EÜR

          1. Hallo Lia,
            es gilt das Zuflussprinzip. Sobald dir das Geld also „zufließt“ und die Verfügungsgewalt darüber hast, muss du es versteuern – sprich, sobald es auf deinem Konto eingeht.
            Gruß
            Philipp M. Sauerborn

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Der oben genannte Artikel basiert lediglich auf unabhängigen Recherchen von Philipp M. Sauerborn und kann keine Rechtsberatung darstellen. Wenn Sie weitere Informationen erhalten möchten, kontaktieren Sie uns bitte für einen Termin.

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