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Warum Tipico, Bwin und Co. nach Malta expandieren

von Philipp M. Sauerborn2 Min. Lesezeit

Zuletzt aktualisiert: 10. Februar 2026

Es ist ein Trend, den wir bei der Kanzlei Dr. Werner & Partner aufmerksam verfolgen. Es gibt immer mehr Unternehmen, die in Malta ansässig werden, um von dort aus Glücksspiel im Internet anzubieten. Der Online-Wettanbieter Tipico ist schon seit geraumer Zeit in Malta angesiedelt und 2014 zog Tipicos Konkurrent und ehemaliger Trikotsponsor von Real Madrid (2007–2013), Bwin, gleich. Im Onlineglücksspielgewerbe führen scheinbar alle Wege nach Malta – zu Recht wie wir finden.

Tipico seit 2004 in Malta, Bwin erst seit 2014

Tipico existiert seit 2004, also seit EU-Beitritt Maltas, als eingetragene Malta Limited. Das Unternehmen setzte also von Beginn an auf die erheblichen Steuervorteile in Malta. Mit mittlerweile mehr als 1 800 direkten Mitarbeitern und über 6 000 im gesamten Franchise-Netzwerk zählt das Unternehmen zu einem der größten Sportwettenanbieter Europas. Sein direkter Konkurrent, Bwin (heute Teil des Entain-Konzerns), operiert seit 2014 ebenfalls in Malta. Zwar lag der Hauptsitz des Unternehmens ursprünglich in Gibraltar, es hat sich aber auch in Malta Lizenzen für Online-Casinos, Online-Wetten sowie Online-Poker gesichert.

Der Firmensitz von Tipico in Portomaso.

Glücksspielsteuer und Glücksspiellizenz sind in Malta wesentlich günstiger

Die Frage, die sich an dieser Stelle stellt, lautet: Was macht Malta für Glücksspiel-Anbieter so attraktiv? Nun, dies ist auf zweierlei Gründe zurückzuführen. Zum einen bietet Malta eine unheimlich gute Plattform für international operierende Unternehmer, das sich das Land immer mehr zu einem Hub für Dienstleistungen im Online- und Finanzbereich entwickelt. Dies ist vor allem der unternehmerfreundlichen Steuerpolitik der Regierung geschuldet, die ausländischen Unternehmern einen großen Teil der für Malta Limiteds anfallenden Körperschaftssteuer zurückerstattet. Zum anderen erhält man in Malta im Unterschied zu beispielsweise Deutschland (wo es nahezu unmöglich ist) wesentlich leichter eine Lizenz zum Anbieten von Online-Glücksspiel. Darüber hinaus sind die darauf veranschlagten Steuern ebenso wesentlich günstiger. Hier wäre zum Beispiel der Steuersatz für Sportwetten zu nennen, der in Malta nur 0,5% beträgt, wohingegen in Deutschland das zehnfache, nämlich 5% anfallen.

Viele Unternehmen aus der Glücksspielbranche organisieren ihre Geschäfte von Malta aus, da sowohl die Besteuerung der Unternehmensumsätze als auch die Besteuerung des Glücksspiels wesentlich humaner ausfällt als in den meisten anderen Ländern in Europa. Gekoppelt mit den dazu ebenfalls niedrigen Lizenzgebühren für Glücksspiel, erwarten wir bei der Kanzlei Dr. Werner & Partner, dass sich Malta auch in den kommenden Jahren vermehrt zu einem, der Ländern mit dem größten Aufkommen an glücksspieltreibenden Unternehmen entwickeln wird.

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