Auswandern nach Dubai 2026 – alle Vor- und Nachteile
Zuletzt aktualisiert: 10. Februar 2026

Auswandern nach Dubai lohnt sich 2026 steuerlich für die meisten Unternehmer nicht mehr. Seit Juni 2023 erhebt Dubai eine 9-prozentige Körperschaftssteuer ab 375.000 AED Gewinn, seit 2025 gilt zusätzlich eine 15-Prozent-Steuer für große multinationale Unternehmen. Für kleine und mittelständische Unternehmen bieten EU-Standorte wie Malta mit 5 Prozent Effektivsteuer deutlich mehr Planungssicherheit. In diesem Artikel erkläre ich Ihnen als internationaler Steuerberater mit über 20 Jahren Erfahrung alle Vorteile, Nachteile und steuerlichen Fallstricke einer Auswanderung nach Dubai.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Körperschaftssteuer
- 9 % ab 375.000 AED Gewinn (seit Juni 2023)
- Einkommensteuer
- 0 % für Privatpersonen (noch kein Gesetz geplant)
- Small Business Relief
- 0 % bis AED 3 Mio. Umsatz – befristet bis Ende 2026
- Mindest-Einkommen
- 5.000–7.000 EUR/Monat für komfortables Leben
- Doppelbesteuerungsabkommen
- Kein DBA mit Deutschland seit 2021
- Effektivsteuer Malta
- 5 % durch die 6/7-Rückerstattungsregel
- Firmengründung
- 3.700–10.000 EUR (Freezone mit Visum)
- Golden Visa
- 10 Jahre ab AED 2 Mio. Investition
Dubai gilt als Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten: günstige Steuern, luxuriöses Leben und ein internationales Umfeld. Spätestens seit der Influencer-Auswanderwelle ist die Wüstenmetropole mehr denn je im Fokus deutscher Auswanderer. Doch kann Dubai wirklich alles halten, was es verspricht? Gibt es nur Vorzüge oder hat die Stadt auch Haken?
Lassen Sie uns gemeinsam diesen Fragen nachgehen und in das Leben, die Kultur und vor allem die steuerliche Realität Dubais eintauchen.
Grundsätzliches zu Dubai
Bevor wir starten, gebe ich Ihnen in diesem Kapitel grundsätzliche Informationen zu Dubai und den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Die geographische Lage Dubais
Die Vereinigten Arabischen Emirate und damit auch Dubai liegen außerhalb der EU und gehören dem Kontinent Asien an. Die VAE grenzen an Saudi-Arabien und den Oman und liegen südlich unterhalb des Irans, getrennt von dem Persischen Golf. Die Flugzeit von Deutschland nach Dubai beträgt etwa 6 Stunden bei einer Entfernung von rund 5.200 Kilometern.
Dubai: Ein Emirat der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE)
Dubai ist die größte Stadt der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und die Hauptstadt des gleichnamigen Emirats. Mit rund 3,9 Millionen Einwohnern – davon etwa 85 bis 90 Prozent Ausländer – ist Dubai eine der internationalsten Städte der Welt. Schätzungsweise 12.000 deutschsprachige Auswanderer leben derzeit in der Golfmetropole.
Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE)
Die Vereinigten Arabischen Emirate am Persischen Golf bestehen aus insgesamt sieben Emiraten. Als Emirat wird der Herrschaftsbereich eines Emirs bezeichnet – historisch eine durch einen Fürsten verwaltete Provinz.
Die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate ist Abu Dhabi. Dubai liegt circa 140 km von Abu Dhabi entfernt und kann durch eine Bahn, die alle 20 Minuten fährt, in 1,5 Stunden erreicht werden.
Die sieben Emirate der VAE
Die sieben Emirate der Vereinigten Arabischen Emirate sind
- Abu Dhabi (Hauptstadt)
- Dubai
- Sharjah
- Ajman
- Umm Al Qaiwain
- Ras Al Khaimah
- Fujairah
Eine kleine Übersicht über die 7 Emirate der VAE
Die 7 Emirate der VAE im Überblick
Fläche, herrschende Familie und Besonderheiten der sieben Vereinigten Arabischen Emirate.
| Emirat | Fläche | Herrscherfamilie | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Abu Dhabi | 67.340 km² | Familie Al Nahyan Scheich Khalifa bin Zayed Al Nahyan zum Präsidenten der VAE und Herrscher von Abu Dhabi |
|
| Dubai | 3.900 km² | Familie Al Maktoum Scheich Mohammed bin Rashid Al Maktoum |
|
| Sharjah | 2.600 km² | Familie Al Qasimi Sultan bin Mohammed Al Qasimi |
|
| Ajman | 260 km² | Familie Al Nuami Scheich Humaid bin Rashid Al Nuami |
|
| Umm Al Qaiwain | 770 km² | Familie Al Mualla Scheich Suood bin Rashid bin Ahmed Al Mualla |
|
| Ras Al Khaimah | 1.700 km² | Familie Al Qasimi Scheich Suood bin Saqr bin Mohammed Al Qasimi |
|
| Fujairah | 1.300 km² | Familie Al Sharqi Scheich Hamad bin Mohammed Al Sharqi |
|
- •Hauptstadt von VAE
- •Größtes Emirat (> 95 % der gesamten Fläche der VAE)
- •Riesige Wüstenfläche mit 7 Inseln (auf einer Insel liegt die Stadt Abu Dhabi)
- •Das Leben spielt sich in der Hauptstadt Abu Dhabi, Al Ain und der Liwa-Oase ab
- •> 200 Inseln
- •Zweitgrößtes Emirat (einschl. der Enklave Hatta)
- •Besitzt einen führenden Handelshafen im südlichen Golf
- •Einziges Emirat mit einer Küste sowohl am arabischen Golf als auch am Golf von Oman
- •Zentrum der Kultur und Bildung der VAE
- •Kleinstes Emirat
- •Zu Ajman gehören die beiden Mini-Enklaven Manama und Musfut
- •Zweitkleinstes Emirat & geringste Bevölkerungszahl
- •Große Pflanzenvielfalt
- •Berühmt für die weißen Perlen
- •Einziges Emirat ohne Küste am Persischen Golf
Das Leben in Dubai
Wenn Sie Dubai als Unternehmens- und Firmenstandort in Erwägung ziehen, dann sollten Sie sich auch über Faktoren wie das Klima, die Amtssprache, die Religion und die Kultur Gedanken machen.
Wie hoch die Lebenshaltungskosten im Vergleich zu Deutschland sind, schneide ich ebenfalls an.
Wie ist das Klima in Dubai?
Die arabische Halbinsel Dubai hat ein arides, subtropisches Klima, also ein Wüstenklima. Das heißt, es ist extrem heiß und trocken. Wie Sie in der untenstehenden Klimatabelle sehen können, liegt die durchschnittliche Höchsttemperatur bei 40 Grad Celsius und nachts liegt die durchschnittliche Tiefsttemperatur bei 30 Grad Celsius. Im Sommer können die Temperaturen auf über 45 Grad Celsius steigen – bei gleichzeitig hoher Luftfeuchtigkeit.
Doch wann genau ist die beste Reisezeit in Dubai?
Die beste Zeit, Dubai als Tourist zu besuchen, ist im „Winter". Auch wenn man in Dubai nicht von einem richtigen Winter sprechen kann, denn für uns Europäer sind auch die „winterlichen Dubai-Temperaturen" auf einem sommerlichen Niveau.
Für uns angenehme Temperaturen herrschen also von November bis April, dies ist auch die touristische Hauptsaison.
Im Sommer hingegen ist es derart heiß, dass Sie schnell wieder in eine klimatisierte Mall entfliehen wollen. Natürlich ist das auch von Mensch zu Mensch unterschiedlich.
Klimatabelle Dubai
Temperaturen, Sonnenstunden und Regentage im Jahresverlauf. Die beste Reisezeit ist von November bis April.
| Jan | Feb | Mar | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Max-Temperatur | 23° | 25° | 27° | 32° | 37° | 39° | 41° | 40° | 38° | 35° | 31° | 26° |
| Min-Temperatur | 13° | 14° | 17° | 19° | 24° | 26° | 30° | 30° | 27° | 23° | 18° | 16° |
| Sonnenstunden | 8h | 8h | 9h | 10h | 11h | 11h | 10h | 10h | 10h | 10h | 9h | 8h |
| Wassertemperatur | 22° | 22° | 23° | 25° | 27° | 30° | 31° | 32° | 31° | 30° | 27° | 25° |
| Regentage | 1 | 1 | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 1 | 1 |
| Jan | Feb | Mar | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| ☀️ Max | 23° | 25° | 27° | 32° | 37° | 39° | 41° | 40° | 38° | 35° | 31° | 26° |
| 🌙 Min | 13° | 14° | 17° | 19° | 24° | 26° | 30° | 30° | 27° | 23° | 18° | 16° |
| ☼ Sonne | 8h | 8h | 9h | 10h | 11h | 11h | 10h | 10h | 10h | 10h | 9h | 8h |
| 🌊 Wasser | 22° | 22° | 23° | 25° | 27° | 30° | 31° | 32° | 31° | 30° | 27° | 25° |
| ☔ Regen | 1 | 1 | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 1 | 1 |
Quelle: reise-klima.de · Angaben in °C, Sonnenstunden pro Tag, Regentage pro Monat
Die Amtssprache in Dubai
Die offizielle Amtssprache des Emirats und der Stadt ist Arabisch. Dennoch ist man in Dubai nicht aufgeschmissen: Viele Bewohner beherrschen Englisch, sodass man sich mit der Weltsprache gut verständigen kann. Auch darf nicht vergessen werden, dass Dubai einen hohen Ausländeranteil verzeichnet, dessen gemeinsamer Nenner die Sprache Englisch ist. Dennoch sollte man bereit sein, Arabisch zu lernen und sich mit der islamischen Kultur auseinanderzusetzen.
Die Religion in Dubai
Dubai ist ein muslimisch geprägtes Land. Zwar wohnen hier auch Christen, Hinduisten und Buddhisten, sind mit 25 Prozent Gesamtanteil jedoch in der Minderheit. Das Emirat Dubai ist das einzige, das einen Hindu-Tempel und eine Sikh-Gurudwara besitzt.
Kultur in Dubai
Wer sich für die islamische Kultur interessiert, ist in Dubai richtig. Alte Tradition trifft Moderne. Sie werden Museen finden, in denen Sie die Wurzeln der Kultur entdecken können.
Natürlich müssen Sie sich auch in Dubai, wie in jedem anderen Land, an die Kultur des Landes anpassen. Das heißt im konkreten Fall, dass man beispielsweise bei der Besichtigung von Moscheen auf kurze Kleidungsstücke verzichten sollte.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Ramadan. In der Zeit des Ramadans (meistens von Mitte April bis Mitte Mai) gelten andere Regeln: in der Öffentlichkeit darf nicht gegessen oder getrunken werden. Auch Kaugummi kauen ist untersagt.
Währung in Dubai
In Dubai, wie auch in den anderen Emiraten, gilt der Dirham (Abkürzung: AED) als offizielle Währung. 1.000 Euro entsprechen circa 4.028 AED.
Rechtsprechung und Regeln in Dubai
Die Rechtsprechung in Dubai basiert auf der Scharia. Die Scharia beschreibt „die Gesamtheit aller religiösen und rechtlichen Normen, Mechanismen zur Normfindung und Interpretationsvorschriften des Islam" (Quelle).
Konkret bedeutet das beispielsweise, dass der Austausch von Zärtlichkeiten und Küssen in der Öffentlichkeit in Dubai mit Gefängnis-, Geldstrafen oder Deportation bestraft werden kann.
Update November 2023: Die VAE haben im Rahmen einer umfassenden Gesetzesreform das Zusammenleben unverheirateter Paare legalisiert. Ebenso ist außerehelicher einvernehmlicher Sex unter Erwachsenen nicht mehr strafbar. Damit hat sich eine der am häufigsten kritisierten Regelungen in Dubai geändert.
Außerdem gelten strengere Regeln in der U-Bahn: Dort ist Essen und Trinken ebenso wie Kaugummi kauen verboten.
Fluchen in der Öffentlichkeit und die öffentliche Mitnahme von Alkohol gelten ebenso als strafbare Vergehen.
Wie sicher ist Dubai?
Dubai gilt laut dem Global Peace Index als eine der sichersten Städte der Welt. Die VAE belegten 2024 Platz 42 von 163 Ländern im Global Peace Index und gelten damit als sicherstes Land der arabischen Halbinsel. Auch wenn eine gewisse Skepsis gegenüber muslimisch geprägten Ländern vorherrscht, so kann man dennoch ganz beruhigt durch die Straßen gehen, ohne Angst haben zu müssen. Die Kriminalitätsrate ist sehr niedrig.
Wie hoch sind die Lebenshaltungskosten in Dubai?
Es ist immer schwer, eine pauschale Aussage über die Lebenshaltungskosten treffen zu können, denn je nach persönlichem Lebensstil schwanken diese erheblich. Unsere Analyse zeigt folgendes Bild:
Eine 2-Zimmer-Wohnung kostet zwischen 100.000 und 140.000 AED pro Jahr, also 22.615 beziehungsweise 31.661 Euro, beziehungsweise 1.884 bis 2.638 Euro pro Monat. Dazu kommen Nebenkosten in Höhe von 1.200 bis 5.000 AED pro Monat (271 bis 1.130 Euro) sowie eine sogenannte Housing Fee von 5 Prozent der jährlichen Miete.
Die Kosten für eine internationale Schule liegen je nach Einrichtung zwischen 20.000 und 40.000 AED pro Jahr.
Laut auswandern-info.com benötigt man circa 3.993 Euro (17.794 AED) monatlich, um einen Lebensstandard wie in Deutschland mit 3.700 Euro aufrechtzuhalten (Quelle). Als Minimum für ein komfortables Leben empfehlen Experten ein monatliches Einkommen von 5.000 bis 7.000 Euro.
Zwar sind die Verbraucherpreise rund 8,5 Prozent niedriger als in Berlin, durch die hohen Mieten sind die gesamten Lebenshaltungskosten jedoch knapp 8 Prozent höher als in Deutschland. Auch die Restaurantpreise liegen über dem deutschen Niveau.
Interessant ist, dass Elektrogeräte günstiger als in Deutschland sind, da die Einfuhrzölle niedrig sind. Auch Autos sind aufgrund der geringen Einfuhrzölle sehr preiswert. Nicht nur der Kauf, auch der Unterhalt eines Autos ist in Dubai preiswert – die Benzinpreise sind vergleichsweise niedrig.
Die untere Tabelle zeigt Ihnen verschiedene Indices: den Lebenshaltungskosten-Index von Dubai und Berlin sowie Abu Dhabi.
Lebenshaltungskosten: Dubai, Berlin & Abu Dhabi
Vergleich der wichtigsten Kosten-Indizes. New York = 100. Höherer Wert = teurer.
| Index | Dubai Rang 250 | Berlin Rang 184 | Abu Dhabi Rang 195 | Unterschied Dubai vs. Berlin |
|---|---|---|---|---|
| Lebenshaltungskosten-Index | 66,39 | 71,98 | 60,14 | +8 % |
| Mietpreis-Index | 52,70 | 37,38 | 46,67 | −29 % |
| Lebenshaltungskosten inkl. Miete | 60,06 | 55,97 | 53,91 | −7 % |
| Lebensmittel-Index | 49,88 | 58,83 | 49,20 | +118 % |
| Restaurantpreis-Index | 72,18 | 62,62 | 62,02 | −13 % |
| Lokaler Kaufkraft-Index | 81,28 | 85,27 | 92,36 | +5 % |
Eigene Darstellung, in Anlehnung an numbeo.com · Basis: New York = 100
Beliebte Wohngegenden für Expats
Für deutsche Auswanderer sind folgende Stadtteile besonders beliebt:
- Downtown Dubai / Business Bay: Zentrale Lage, moderne Hochhäuser, hohe Mieten
- Dubai Marina / JBR: Strandnähe, internationales Flair, viele Restaurants
- Dubai Hills Estate: Familienfreundlich, grüne Umgebung, gute Schulen in der Nähe
- Creek Harbour: Aufstrebend, etwas günstiger, Wasserblick
- Emaar Beachfront: Premium-Lage am Strand, neuere Bauten
Einreise und Visum für Dubai
Was müssen Sie bei der Einreise nach Dubai beachten? Welche Visum-Optionen gibt es? Ein umfassender Überblick.
Einreise als Tourist
Um nach Dubai einzureisen benötigen Sie einen gültigen Reisepass, aber kein vorab beantragtes Visum – das wird bei der Einreise automatisch erteilt. Genauere Einreisebestimmungen finden Sie beim Auswärtigen Amt.
Touristenvisum
Deutsche Staatsbürger erhalten bei der Einreise ein kostenloses Visum für 90 Tage (Mehrfacheinreise, gültig für 6 Monate).
Aufenthaltsgenehmigung: Residence Visa
Um in Dubai dauerhaft leben zu können, benötigen Sie das sogenannte Residence Visa – eine Aufenthaltsgenehmigung. Es gibt mehrere Wege, wie Sie an eine Aufenthaltsgenehmigung kommen können:
- Angestellter: Residence Visa über den Arbeitgeber
- Immobilienkauf: Mindestinvestition von 750.000 AED für ein 2-Jahres-Visum
- Firmengründung oder -beteiligung: Investors Visa
Bei einer Firmengründung in Dubai kommen auf Sie circa 3.700 bis 10.000 Euro Gründungsgebühren zu (je nach Freezone oder Mainland) sowie jährliche Erneuerungskosten.
Golden Visa: 10 Jahre Aufenthalt
Das Golden Visa ist seit seiner Einführung 2019 eines der attraktivsten Visum-Programme der VAE und wurde 2025/2026 nochmals deutlich erweitert:
- Laufzeit: 10 Jahre, verlängerbar
- Investoren: Mindestinvestition von AED 2 Millionen (circa 550.000 USD) in Immobilien oder Unternehmen. Seit 2025 werden auch Off-Plan-Immobilien von zugelassenen Entwicklern akzeptiert.
- Fachkräfte: Die Mindestgehaltsanforderung wurde von AED 50.000 auf AED 30.000 pro Monat reduziert
- Neue Kategorien 2025/2026: Content Creators (bis zu 10.000 Personen über das Creators HQ), Pädagogen, langjährige Pflegekräfte, humanitäre Beitragende
- Kosten: AED 3.500 bis 10.000 (inklusive Visum, 10-Jahres-Emirates-ID und medizinischer Untersuchung)
- Besonderheit: Golden-Visa-Inhaber erhalten Zugang zu konsularischen Diensten der VAE weltweit – ähnlich wie emiratische Staatsbürger
Quellen: Time Out Dubai, Meydan Free Zone
Digitales Nomaden-Visum
Für Remote Worker und digitale Nomaden bietet Dubai seit 2021 ein spezielles 1-Jahres-Visum:
- Voraussetzung: Nachweis eines monatlichen Einkommens von mindestens 3.500 USD
- Keine Firmengründung in den VAE erforderlich – Sie arbeiten weiterhin für Ihren ausländischen Arbeitgeber oder Ihr eigenes Unternehmen
- Zugang zu lokalen Dienstleistungen wie Bankkonto und Krankenversicherung
Retirement Visa
Seit 2020 können auch Rentner ein 5-Jahres-Visum für Dubai beantragen:
- Voraussetzung: Finanzielle Nachweise (Immobilienbesitz, Spareinlagen oder aktives Einkommen)
- Verlängerbar um weitere 5 Jahre
- Die frühere Regelung, dass Personen ab 60 Jahren keine Arbeitserlaubnis erhielten, ist damit deutlich entschärft worden
Arbeitsvisum in Dubai
Arbeitnehmer mit einer Festanstellung bei einem in Dubai ansässigen Unternehmen erhalten eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis. Voraussetzung dafür ist eine Einladung der Firma.
Darüber hinaus müssen Sie Ihr Schul- beziehungsweise Studienabschlusszeugnis bei der Botschaft der VAE legalisieren lassen sowie sich einer amtsärztlichen Untersuchung unterziehen. Zusätzlich muss ein Nachweis über die Krankenversicherung erbracht werden.
Eine solche Aufenthaltsgenehmigung gilt in der Regel für 2 bis 3 Jahre und ist verlängerbar.
Wichtig: Für die steuerliche Ansässigkeit in den VAE müssen Sie sich mindestens 183 Tage pro Jahr im Land aufhalten. Ohne diese Mindestaufenthaltsdauer wird kein Steuerzertifikat (Tax Residency Certificate) ausgestellt.
Arbeiten in Dubai
Der hohe Anteil an Ausländern lässt es schon vermuten: Der Arbeitsmarkt in Dubai hat einiges zu bieten. Zwar heißt es offiziell, dass Arbeitnehmer der VAE bevorzugt werden, dennoch stehen Ihre Chancen gut. Insbesondere Fachkräfte und Akademiker in den Bereichen IT, Künstliche Intelligenz, Ingenieurwesen, Gesundheitswesen und Management haben hohe Chancen.
Eine Arbeitswoche in Dubai beträgt 5 Tage beziehungsweise 48 Stunden. Die Mittagspause ist meistens zwischen 14 und 17 Uhr. Freitag und Samstag sind das offizielle Wochenende.
Insgesamt sind die Gehälter niedriger in AED als in Deutschland, obwohl Arbeitnehmer in Dubai nur 5 Prozent Sozialabgaben zahlen (Arbeitgeber: 12,5 Prozent).
Wie funktioniert die Krankenversicherung in Dubai?
Update 2025: Seit dem 1. Januar 2025 gilt in allen sieben Emiraten eine Pflicht-Krankenversicherung. Arbeitgeber müssen ihren Angestellten eine DHA-zertifizierte Krankenversicherung bereitstellen, bevor eine Aufenthaltsgenehmigung ausgestellt wird.
- Basis-Paket: Ab AED 320 pro Jahr (das günstigste Paket)
- Selbständige und Firmengründer: Müssen eine private Krankenversicherung mit Mindeststandards abschließen
- Strafen bei Nichtversicherung: Bis zu AED 500 pro Monat, maximal AED 150.000
- Leistungen: Zugang zu 7 Krankenhäusern, 46 Kliniken und 45 Apotheken. Chronische Erkrankungen werden ohne Wartezeit gedeckt.
Quelle: Pacific Prime
Wichtig: Da Deutschland und die VAE kein Sozialversicherungsabkommen haben und die VAE keine gesetzliche Rentenversicherung besitzen, müssen Sie sich bezüglich Altersvorsorge eigenständig privat absichern. Ihre in Deutschland erworbenen Rentenansprüche gehen durch den Wegzug nicht verloren – sie können jedoch nicht weiter aufgebaut werden.
In Dubai wohnen
Hinsichtlich der Wohnungssuche gibt es einen großen Unterschied zu Deutschland: Die Wohnungssuche in Dubai ist kurzfristig. Es ist eher unüblich, Monate im Voraus eine Wohnung zu mieten. In Dubai sehen Sie sich mehrere Wohnungen an und entscheiden sich meist unmittelbar danach, ob Sie einziehen möchten oder nicht.
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Kostenlose ErstberatungWie gründe ich eine Firma in Dubai? Freezone vs. Mainland
Eine der wichtigsten Entscheidungen für Unternehmer in Dubai ist die Wahl zwischen einer Freezone- und einer Mainland-Firma. Die Unterschiede sind erheblich und haben direkte Auswirkungen auf Ihre Steuerlast.
Freezone-Unternehmen
Dubai verfügt über mehr als 30 Freezones (darunter DMCC, JAFZA, IFZA, DIFC), die jeweils auf bestimmte Branchen spezialisiert sind.
- Eigentum: 100 Prozent ausländisches Eigentum, kein lokaler Sponsor nötig
- Steuern: Qualifying Free Zone Persons (QFZP) zahlen weiterhin 0 Prozent Körperschaftssteuer auf qualifiziertes Einkommen – das heißt Einnahmen aus anderen Freezones oder von ausländischen Kunden
- Büro: Virtuelle Büros und Flexi-Desks möglich (ab circa AED 6.000)
- Einschränkung: Kein direkter Zugang zum UAE-Inlandsmarkt ohne lokalen Partner oder Mainland-Niederlassung
- Visa: Typischerweise 3 bis 6 Visa pro Unternehmen
Mainland-Unternehmen
- Eigentum: Seit 2025 erlauben die meisten Tätigkeiten 100 Prozent ausländisches Eigentum; für einige wenige Branchen ist weiterhin ein lokaler Partner oder Service Agent erforderlich
- Steuern: 9 Prozent Körperschaftssteuer ab AED 375.000 Gewinn
- Büro: Physisches Büro erforderlich (ab circa 200 sq ft)
- Marktzugang: Uneingeschränkter Zugang zum gesamten UAE-Markt
- Kosten: Gewerbeschein ab AED 12.000 bis 15.000 plus
Gründungskosten im Überblick
- Freezone (ohne Visum): Ab circa 3.700 Euro
- Freezone (mit Visum und All-in-Paket): 6.000 bis 10.000 Euro
- Mainland-Lizenz: Ab circa 3.000 bis 4.000 Euro plus physisches Büro
- Jährliche Erneuerung: Variiert je nach Freezone, typischerweise 2.000 bis 5.000 Euro
- Empfohlenes Mindesteinkommen: 5.000 bis 7.000 Euro pro Monat
Welche Steuern gibt es in Dubai?
In diesem Kapitel erhalten Sie einen umfassenden Überblick über die steuerliche Situation in Dubai – Stand 2026.
Welche Steuern zahlen Privatpersonen in Dubai?
In Dubai wird weiterhin keine Einkommensteuer für Privatpersonen erhoben – jegliche Arten des Einkommens wie Gehalt, Rente oder Kapitaleinnahmen sind also steuerfrei. Laut PwC und dem UAE Ministry of Economy ist aktuell kein Gesetz zur Einführung einer persönlichen Einkommensteuer in Planung.
Darüber hinaus gibt es in Dubai:
- Keine Vermögenssteuer
- Keine Steuer auf Immobilienbesitz (nur eine Übertragungsgebühr von 4 Prozent)
- Keine Grundstückgewinnsteuern
- Keine Erbschafts- und Schenkungssteuern
- Keine Kapitalertragsteuer auf Kryptowährungen – allerdings bietet auch Malta legale Wege, Krypto-Assets steuerfrei zu verkaufen
- 5 Prozent Mehrwertsteuer seit 2018
Wie hoch ist die Körperschaftssteuer in Dubai seit 2023?
Das hat sich seit 2023 grundlegend geändert: Ab Juni 2023 müssen Unternehmer, die in Dubai ihr Unternehmen angemeldet haben, ab einem Gewinn größer als 375.000 AED (circa 90.000 Euro) den gesetzlichen Steuersatz von 9 Prozent zahlen.
Quelle: UAE Federal Tax Authority
Small Business Relief: 0 Prozent bis AED 3 Millionen
Was viele nicht wissen: Die UAE bieten eine temporäre Steuerbefreiung für kleine Unternehmen, die sogenannte Small Business Relief. Unternehmen mit einem Umsatz (nicht Gewinn) von unter AED 3 Millionen (circa 750.000 Euro) können sich bis zum 31. Dezember 2026 von der Körperschaftssteuer befreien lassen.
- Basiert auf Umsatz, nicht auf Gewinn
- Gilt für alle Steuerperioden ab dem 1. Juni 2023
- Nicht verfügbar für Qualifying Free Zone Persons (die bereits 0 Prozent zahlen)
- Befristet bis Ende 2026 – danach ist unklar, ob die Regelung verlängert wird
Quelle: UAE Federal Tax Authority – Small Business Relief
Meine Einschätzung zur Small Business Relief
Die Befristung bis Ende 2026 ist ein weiteres Zeichen dafür, dass die VAE sich steuerlich schrittweise an internationale Standards anpassen. Planen Sie nicht langfristig mit dieser Erleichterung – die Wahrscheinlichkeit einer Verlängerung ist gering.
Dubai Steuern 2026: Meine Vorhersagen sind eingetreten
Update 2026: Was ich 2023 befürchtet habe, ist eingetreten. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben nicht nur die angekündigte 9-Prozent-Körperschaftssteuer eingeführt, sondern bereits weitere Steuererhöhungen nachgeschoben. Diese Nachricht dürfte viele Unternehmer hart treffen, die gehofft hatten, Dubai würde bei der ursprünglich angekündigten Steuer bleiben.
Diese Entwicklung stellt eine noch bedeutendere Veränderung für alle Unternehmer und Selbständige dar, die in Dubai leben oder dorthin auswandern wollten. Doch auch Privatpersonen sollten sich nicht in Sicherheit wiegen – meine damaligen Warnungen gelten heute mehr denn je.
Was ist seit 2023 wirklich passiert?
Die neuen Regeln seit Januar 2025:
- Zusätzliche 15-Prozent-Steuer (Domestic Minimum Top-Up Tax) für große multinationale Unternehmen mit einem globalen Umsatz über 750 Millionen Euro – basierend auf der OECD Pillar Two Initiative
- Registrierungspflicht für alle Unternehmer, auch unter dem Schwellenwert von AED 375.000
- 10.000 AED Strafe bei verspäteter Registrierung
- 7-jährige Aufbewahrungspflicht für alle steuerrelevanten Dokumente
- Neues vereinheitlichtes Strafensystem für Corporate Tax, VAT und Excise Tax (Kabinettsbeschluss Nr. 129 von 2025)
Quellen: UAE Ahead, The National, Chambers & Partners
Genau wie ich 2023 warnte: Die VAE führen schrittweise neue Veränderungen ein und lassen uns immer nur einen Teil wissen.
Meine Vorhersage von 2023 bestätigt sich
Aus meiner über 20-jährigen Erfahrung habe ich eins gelernt: Staaten planen Jahre im Voraus und führen immer schrittweise neue Veränderungen ein.
Und genau das ist passiert:
Das Thema (Einkommenssteuer) steht derzeit überhaupt nicht zur Debatte.
Diese Aussage hat sich als das entpuppt, was ich befürchtet hatte: eine Beruhigungspille.
Heute, nur zwei Jahre später, zahlen nicht nur Unternehmen deutlich mehr Steuern, sondern Dubai hat auch eine 15-Prozent-Zusatzsteuer für große Unternehmen eingeführt. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch Privatpersonen in Dubai besteuert werden.
Das Ende für die Start-Up-Zeit wird noch härter
Der Schwellenwert für die Besteuerung von etwa 90.000 Euro Gewinn pro Jahr war schon 2023 niedrig – heute ist er geradezu problematisch geworden. Warum?
Neue Belastungen seit 2025:
- Alle Unternehmer müssen sich registrieren, auch wenn sie unter dem Schwellenwert liegen
- Umfangreiche Dokumentationspflichten
- Strafen bei Nichteinhaltung
- Zusätzliche Compliance-Kosten
Gerade als aufsteigendes Unternehmen mit Wachstumsambitionen ist es wichtiger denn je, sich in einem Umfeld anzusiedeln, wo Planungssicherheit herrscht und eine unternehmerfreundliche Steuerpolitik gilt. Beides ist in Dubai 2026 nicht mehr gegeben.
Es macht also noch mehr Sinn als 2023, als klein- und mittelständisches Unternehmen die langfristige Niederlassung in Dubai infrage zu stellen.
Was müssen Deutsche bei der Wegzugsbesteuerung beachten?
Bevor Sie nach Dubai auswandern, müssen Sie die steuerlichen Konsequenzen in Deutschland kennen. Dieser Punkt wird von vielen Auswanderern unterschätzt. Eine ausführliche Analyse inklusive 5 legaler Strategien finden Sie in meinem Spezialartikel zur deutschen Wegzugsbesteuerung.
Was ist die Wegzugsbesteuerung nach Paragraph 6 AStG?
Wenn Sie Anteile an einer Kapitalgesellschaft (zum Beispiel GmbH-Anteile) halten und Deutschland verlassen, greift Paragraph 6 des Außensteuergesetzes (AStG). Das Finanzamt behandelt Ihren Wegzug so, als hätten Sie Ihre Anteile zum Verkehrswert verkauft – der fiktive Veräußerungsgewinn wird sofort in Deutschland besteuert.
Wegzugsbesteuerung kann existenzbedrohend sein
Bei einer GmbH mit einem Verkehrswert von 1 Million Euro wird nach dem Teileinkünfteverfahren besteuert: 60 Prozent des Vermögenszuwachses unterliegen Ihrem persönlichen Einkommensteuersatz. Bei einem Spitzensteuersatz von 45 Prozent ergibt das eine Steuerlast von bis zu 270.000 Euro – fällig bei Wegzug. Seit der Verschärfung 2022 gibt es selbst bei Wegzug innerhalb der EU keine automatische Stundung mehr, wobei ein BFH-Urteil von 2024 diese Regelung deutlich abgeschwächt hat. In meinem ausführlichen Artikel erkläre ich die 5 legalen Strategien zur Vermeidung der Wegzugsbesteuerung.
Was besagt die 183-Tage-Regel?
Für die steuerliche Ansässigkeit in den VAE müssen Sie nachweisen, dass Sie sich mindestens 183 Tage pro Jahr im Land aufhalten. Gleichzeitig dürfen Sie in Deutschland keinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt mehr haben.
183-Tage-Regel: Dokumentation ist Pflicht
Eine lückenlose Reisedokumentation ist essenziell. Das deutsche Finanzamt kann prüfen, ob Ihr Lebensmittelpunkt tatsächlich in Dubai liegt. Halten Sie sich zu oft oder zu lange in Deutschland auf, riskieren Sie eine doppelte Steuerpflicht – insbesondere da seit 2021 kein Doppelbesteuerungsabkommen mehr zwischen Deutschland und den VAE besteht.
Quelle: EY Deutschland
Gibt es ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Dubai?
Seit 2021 besteht kein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) mehr zwischen Deutschland und den VAE. Das bisherige Abkommen ist ausgelaufen und wurde nicht erneuert. Das bedeutet: Es gibt keinen automatischen Schutz vor Doppelbesteuerung.
Auch die Schweiz und Österreich haben kein aktives DBA mit den VAE. Im Gegensatz dazu verfügt Malta über ein umfangreiches Netz von Doppelbesteuerungsabkommen mit über 70 Ländern.
Die Boris-Becker-Falle: Was passiert bei Scheinumzügen?
Wer nur auf dem Papier nach Dubai umzieht, aber faktisch weiterhin in Deutschland lebt, riskiert strafrechtliche Konsequenzen wegen Steuerhinterziehung. Die deutschen Finanzbehörden prüfen genau:
- Wo befindet sich Ihr tatsächlicher Lebensmittelpunkt?
- Wo gehen Ihre Kinder zur Schule?
- Wo befindet sich Ihr Hauptwohnsitz?
- Wie viele Tage verbringen Sie nachweislich in den VAE?
Mein Rat als internationaler Steuerberater
Planen Sie Ihren Umzug sorgfältig mit einem spezialisierten internationalen Steuerberater und dokumentieren Sie Ihren Aufenthalt lückenlos. Ein vollständig durchgeführter Wegzug mit echtem Lebensmittelpunkt in Dubai ist legal und legitim – aber die Beweislast liegt bei Ihnen.
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Kostenlose ErstberatungWelche Nachteile hat Dubai für Auswanderer?
Dubai – die Stadt, die mit Luxus, niedrigen Preisen und Steuerfreiheit lockt.
So scheint es zumindest auf den ersten Blick. Doch wie es so schön heißt: Nicht alles ist Gold, was glänzt. Lassen Sie uns die Nachteile beleuchten.
Gilt die Steuerfreiheit in Dubai wirklich immer und überall?
Jein, das stimmt so nicht ganz.
Wenn Sie sich den Artikel durchgelesen haben, mögen Sie vielleicht jetzt denken: Super, das ist ja ein Paradies. Ich gründe kurz eine Firma in Dubai und muss meine Einkünfte nicht mehr versteuern. Dann habe ich richtig viel Geld auf dem Konto, das ich dann zuhause in Deutschland ausgeben kann.
Dann muss ich Sie leider enttäuschen. So einfach ist das nicht. Wie im Abschnitt zur Wegzugsbesteuerung beschrieben, können erhebliche Steuerpflichten in Deutschland bestehen bleiben – insbesondere wenn die Wertschöpfung weiterhin in Deutschland stattfindet.
Wie sollten Unternehmer 2026 vorgehen?
Meine Empfehlung von 2023 bleibt aktuell: eine Evaluation Ihrer aktuellen Situation.
- Was bringt Ihnen der Standort Dubai langfristig noch?
- Welche Nachteile entstehen durch den Standort Dubai? (Diese sind 2026 deutlich mehr geworden)
- Ist eine Planungssicherheit garantiert? (Definitiv nicht – das haben die letzten zwei Jahre gezeigt)
- Wie viel Kosten entstehen Ihnen? (Deutlich mehr als 2023)
- Welche Alternativen existieren?
Die genannten Punkte sind natürlich höchst individuell und sollten mit Ihrem internationalen Steuerberater geklärt werden. Vorsicht bitte auch hier vor dem Interessenkonflikt, je nachdem wo Ihr Steuerberater ansässig ist!
Nichtdestotrotz nehme ich an dieser Stelle noch kurz Bezug zu dem letzten Punkt. Denn die Alternative Malta ist 2026 noch attraktiver geworden.
Warum ist Malta 2026 die bessere Alternative zu Dubai?
Nicht nur weil Malta innerhalb der EU liegt und als Amtssprache Englisch hat. Malta hat seinen effektiven Steuersatz von 5 Prozent beibehalten – und sogar die Einführung der EU-Mindeststeuer von 15 Prozent verschoben.
| Kriterium | Malta | Dubai |
|---|---|---|
| Körperschaftssteuer | 5 % effektiv (6/7-Regel) | 9 % ab 375.000 AED Gewinn |
| Einkommensteuer | 0–35 % (Remittance-Basis möglich) | 0 % für Privatpersonen |
| DBA mit Deutschland | Ja – umfassendes Abkommen | Nein – seit 2021 ausgelaufen |
| EU-Mitgliedschaft | Ja – voller EU-Binnenmarkt | Nein – außerhalb der EU |
| Planungssicherheit | Hoch – transparente Steuerpolitik | Niedrig – überraschende Änderungen |
| Wegzugsbesteuerung | Stundung möglich (EU-Vorteil) | Sofortige Besteuerung |
| Amtssprache | Englisch + Maltesisch | Arabisch (Englisch verbreitet) |
| Flugzeit Deutschland | 2,5 Stunden | 6 Stunden |
| Sozialversicherung | EU-Abkommen erhalten | Kein Abkommen mit Deutschland |
| Firmengründung | Ab ca. 2.500 EUR | 3.700–10.000 EUR |
Maltas Vorteile 2026:
- Weiterhin 5-prozentige Effektivsteuer auf den Gewinn durch die 6/7-Regel – wie das genau funktioniert, erkläre ich in meinem ausführlichen Artikel zur Malta Limited Gründung
- Planungssicherheit: Keine überraschenden Steuererhöhungen wie in Dubai
- Neue Anreize für Investmentfonds wurden 2026 sogar erweitert
- Bei Lizenzgebühren und Zinssätzen beträgt die Rückerstattung oft 5/7, sodass der endgültige Steuersatz hier bei 10 Prozent liegt
- Über 70 Doppelbesteuerungsabkommen – im Gegensatz zu Dubais fehlendem DBA mit Deutschland
Zudem können in Malta ansässige Personen von einem umfangreichen Netz von Doppelbesteuerungsabkommen profitieren, die sie davor schützen, dass dasselbe Einkommen in verschiedenen Ländern mehrfach besteuert wird.
Der entscheidende Unterschied zu Dubai: Malta kommuniziert transparent über geplante Steueränderungen, anstatt alle zwei Jahre „überraschende" neue Steuern einzuführen.
Einen detaillierten Vergleich beider Standorte speziell für Freelancer und digitale Nomaden finden Sie in meinem Dubai oder Malta Vergleich.
Dubai 2026: Die Nachteile werden größer
Außerhalb der EU
Sie kehren der EU den Rücken zu. Das heißt auch, dass Sie den Vorteilen der EU den Rücken zukehren. In der EU zu leben bringt einige Vorteile mit sich: die einheitliche Währung, Sozialversicherungssysteme, medizinische Grundversorgung in EU-Gastländern und den freien Binnenmarkt.
Neu 2026: Zusätzliche Compliance-Hürden für EU-Geschäfte durch Dubais verschärfte Steuerregeln.
Die Entfernung zu Deutschland wird teurer
Durch die gestiegenen Lebenshaltungskosten in Dubai und die neuen Steuerbelastungen wird auch das „mal eben kurz nach Deutschland fliegen" 2026 deutlich kostspieliger als noch 2023. Die rund 6 Stunden Flugzeit und die Zeitverschiebung von 2 bis 3 Stunden können im Geschäftsalltag ebenfalls zur Belastung werden.
Sozialversicherungsabkommen
Innerhalb der EU bleiben Rentenansprüche erhalten. Ein Sozialversicherungsabkommen zwischen Dubai und Deutschland existiert nach wie vor nicht.
Neu 2026: Mit den neuen Registrierungspflichten und komplexeren Steuergesetzen wird der bürokratische Aufwand für Deutsche in Dubai erheblich komplexer.
Bankenproblem: Zunehmende Compliance-Hürden
Viele europäische Banken verweigern zunehmend ein- und ausgehende Zahlungen von und nach Dubai oder verstärken die Compliance-Prüfungen erheblich. Ein Bankkonto in Europa aufrechtzuerhalten wird mit einem VAE-Wohnsitz immer schwieriger.
Praxisbeispiel: Banking-Probleme
Deutsche Banken wie die Commerzbank, Deutsche Bank und Sparkassen kündigen vermehrt Konten von Kunden mit VAE-Wohnsitz. Auch Geschäftskonten sind betroffen. Die Eröffnung eines lokalen Bankkontos in Dubai dauert mittlerweile 4 bis 8 Wochen und erfordert umfangreiche Dokumentation inklusive Business-Plan und Umsatznachweisen.
Der Maulkorb bleibt
Wie 2023 müssen Internetberühmtheiten, die nach Dubai auswandern, einen Vertrag unterschreiben, der besagt, dass sie in keiner Form schlecht über Dubai sprechen dürfen. Dieser Punkt gilt weiterhin.
Fazit
Ich hoffe, dass Sie anhand meiner Informationen einen guten Überblick über Dubai erhalten haben und sich selbst Ihre Meinung bilden können. Dennoch möchte ich Ihnen meine persönliche Meinung in diesem Abschnitt mitteilen.
Wie Sie lesen konnten, gibt es zwar eine Reihe von Vorzügen in Dubai – insbesondere die steuerfreien Privateinnahmen, die hohe Sicherheit und die moderne Infrastruktur. Aber ebenso gibt es eine wachsende Reihe an Nachteilen, die Sie nicht vergessen dürfen: die schwindende Steuerfreiheit für Unternehmen, das fehlende DBA mit Deutschland, die hohen Lebenshaltungskosten und die mangelnde Planungssicherheit.
Für mich persönlich wäre Dubai als Unternehmens- und Wohnstandort keine Option, da ich mich in der europäischen Kultur sehr wohl und sicher fühle. Die arabische Kultur mag zwar auch ihre Vorzüge haben, aber durch die strengen Regularien würde ich mich mit meiner Familie nicht wohl fühlen.
Daher würde ich Ihnen von Unternehmer zu Unternehmer raten, sich neben Dubai auch andere Alternativen wie zum Beispiel Malta anzuschauen.
Malta ist innerhalb der EU, hat eine kurze Entfernung zu Deutschland und ist trotz eines Effektivsteuersatzes von 5 Prozent auf keiner schwarzen oder grauen Liste gelistet. Außerdem hat Malta ein sehr gutes Mittelmeerklima. Da die Amtssprache Englisch ist, ist der bürokratische Aufwand geringer als in manch anderen sogenannten Steueroasen, bei denen Sie teilweise Übersetzer engagieren müssen.
Weiterführende Artikel zu Alternativen:
- Auswandern nach Malta – Der komplette Guide
- Malta Limited gründen – So funktioniert das 5-Prozent-Setup
- Steuervorteile in Zypern – Ein Insider-Leitfaden
- Dubai oder Malta – Ein Vergleich für Freelancer und Unternehmer
- Die 8 besten Länder zum Auswandern 2026 – Steuervergleich
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss man in Dubai Steuern zahlen?
Privatpersonen zahlen in Dubai weiterhin keine Einkommensteuer – Gehalt, Rente und Kapitaleinnahmen sind steuerfrei. Unternehmen zahlen seit Juni 2023 jedoch 9 Prozent Körperschaftssteuer ab einem Gewinn von 375.000 AED (circa 90.000 Euro). Kleine Unternehmen mit einem Umsatz unter AED 3 Millionen können bis Ende 2026 die Small Business Relief beantragen.
Wie hoch sind die Lebenshaltungskosten in Dubai?
Die Lebenshaltungskosten in Dubai liegen insgesamt circa 8 Prozent über dem deutschen Niveau, hauptsächlich wegen der hohen Mieten. Für ein komfortables Leben sollten Sie mit mindestens 5.000 bis 7.000 Euro monatlich rechnen. Eine 2-Zimmer-Wohnung kostet circa 1.884 bis 2.638 Euro pro Monat.
Brauche ich ein Visum für Dubai?
Als Tourist erhalten Sie bei der Einreise ein 90-Tage-Visum. Für einen dauerhaften Aufenthalt benötigen Sie ein Residence Visa – entweder über einen Arbeitgeber, eine Firmengründung, einen Immobilienkauf oder das Golden Visa (ab AED 2 Millionen Investition für 10 Jahre).
Was ist besser: Dubai oder Malta für Unternehmer?
Malta bietet mit 5 Prozent Effektivsteuer eine niedrigere und planbarere Steuerbelastung als Dubai (9 Prozent). Zudem liegt Malta in der EU, hat Doppelbesteuerungsabkommen mit über 70 Ländern (Dubai hat keines mit Deutschland) und bietet ein mediterranes Klima. Dubai punktet bei der Einkommensteuer für Privatpersonen (0 Prozent) und der Infrastruktur.
Was ist der Unterschied zwischen Freezone und Mainland in Dubai?
Freezone-Unternehmen bieten 100 Prozent ausländisches Eigentum und können als Qualifying Free Zone Person weiterhin 0 Prozent Körperschaftssteuer zahlen – allerdings nur auf qualifiziertes Einkommen und ohne direkten Zugang zum UAE-Inlandsmarkt. Mainland-Unternehmen haben uneingeschränkten Marktzugang, zahlen aber 9 Prozent Körperschaftssteuer ab 375.000 AED Gewinn.
Lohnt sich Dubai 2026 noch für Unternehmer?
Das hängt stark von Ihrer individuellen Situation ab. Für Unternehmer mit hohem persönlichen Einkommen und wenig Unternehmensbezug zu Deutschland kann Dubai weiterhin attraktiv sein. Für KMU mit EU-Kunden und einem Gewinn über 90.000 Euro hat Dubai deutlich an Attraktivität verloren – insbesondere durch die 9-Prozent-Steuer, das fehlende DBA und die wachsende Bürokratie.
Gibt es ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Dubai?
Nein. Das ehemalige Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und den VAE ist 2021 ausgelaufen und wurde nicht erneuert. Das bedeutet, dass kein automatischer Schutz vor doppelter Besteuerung besteht. Eine sorgfältige steuerliche Planung mit einem spezialisierten Berater ist daher unbedingt erforderlich.
Wie läuft eine Firmengründung in Dubai ab?
Die Gründung erfolgt typischerweise in 5 bis 10 Werktagen: Wahl zwischen Freezone oder Mainland, Beantragung der Lizenz, Visa-Antrag, Medical Test, Biometrie und Emirates ID, Kontoeröffnung. Die Kosten liegen bei circa 3.700 bis 10.000 Euro je nach Setup. Ein empfohlenes Mindesteinkommen von 5.000 bis 7.000 Euro pro Monat sollte vorhanden sein.
Haftungsausschluss: Die Inhalte dieses Artikels dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine Steuer-, Rechts- oder Finanzberatung dar. Trotz sorgfältiger Recherche übernehmen wir keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen. Steuerrechtliche Regelungen unterliegen ständigen Änderungen. Für eine individuelle Beratung wenden Sie sich bitte an einen qualifizierten Steuerberater. Die Nutzung der Inhalte erfolgt auf eigene Verantwortung.
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