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Coronavirus: Checkliste für Liquidität und Empfehlungen

Was können Unternehmen in Zeiten von COVID-19 tun, um ihre Existenz zu gewähren?

Das neuartige Coronavirus versetzt Bevölkerungen und Wirtschaft in Schrecken. Gesundheitssysteme, Regierungen und Unternehmen stehen vor großen Herausforderungen. Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen trifft die Corona Krise hart.

Bereits jetzt haben schon Unternehmen laut Befragungen der BEVH 41% Nachfragerückgänge verzeichnen können[1]. Kaum verwunderlich meiner Meinung nach, denn das öffentliche Leben wird weitgehend eingeschränkt, soziale Kontakte sollen minimiert werden und Menschen wollen nur eins: gesund bleiben.

Mit dieser Entwicklung einhergehend müssen viele Unternehmen um ihre Existenz fürchten. Zwar kann der eigene Unternehmenswert hoch genug sein, nicht jedoch die Liquidität. So geben Unternehmen laut der Befragung von BEVH an, dass sie sich Liquiditätshilfen in Form von Steuererleichterung bei Abschreibungen oder zinsfreie Steuerstundungen wünschen. Sinnvolle Wünsche, wie ich finde.

Doch klar sollte auch sein, dass das Heft des Handelns immer noch in den Händen der Unternehmer liegt. Staatshilfen sind gut für die Liquidität, doch es gehört schon mehr dazu, eine solche Krise zu durchstehen. Deswegen ermutige ich Sie, ihre Situation selbst in die Hand zu nehmen und gebe ihnen folgend ein paar Tipps, was Sie tun können, um ihr Unternehmen auch in der Coronakrise aufrecht zu erhalten. Ich selbst wende diese Maßnahmen ebenfalls an, so wie ich es auch in der Finanzkrise 2008/2009 getan habe.

Unternehmen müssen in der COVID19-Krise Liquidität erhöhen

Bereits in meinem Artikel auf der Website von DWP Dr. Werner & Partner habe ich Ihnen ein paar Tipps an die Hand gegeben, was Sie zur Liquiditätserhöhung tun können.

Unternehmen benötigen ausreichend Liquidität, um Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können. Ein Unternehmen ist dann liquide, wenn es alle offenen Rechnungen, Mitarbeiter, Mieten begleichen kann. Kann dies ein Unternehmen nicht mehr droht eine Insolvenz.

Da das Insolvenzrecht insbesondere in Deutschland sehr streng ist, möchte ich hier kurz darauf eingehen. Denn:

Wer einen Fehler macht und ggf. unwissentlich Insolvenzverschleppung begeht, macht sicht persönlich als Gesellschafter haftbar – auch bei einer GmbH oder einer Limited.

Exkurs: Insolvenz – Wann liegt eine Insolvenz vor?

Eine Insolvenz tritt dann ein, wenn ein Unternehmen seine laufenden Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. Dabei kann die Insolvenz durch Überschuldung oder mangelnder finanzieller Liquidität hervorgerufen werden. Dabei gilt, auch wenn es bisher noch keine genauen Grenzen gibt, als Faustformel: Wenn die Verbindlichkeiten ihre Zahlungsmittel um mehr als 10% übersteigen, ist von einer Zahlungsunfähigkeit auszugehen. Juristische Personen sind im Falle einer Zahlungsunfähigkeit dazu verpflichtet innerhalb von 3 Wochen nach feststellen dieser einen Insolvenzantrag zu stellen – andernfalls liegt eine Insolvenzverschleppung vor.

Spätestens jetzt, wo der Umsatz von Unternehmen aufgrund des Nachfragerückgangs stark zurückgeht und Unternehmen folglich nicht mehr genug Zahlungsmittel zur Verfügung haben, kommen Sie in eine Lage, in der Sie sich mit ihrer Liquidität auseinandersetzen sollten.

Bevor ich jedoch auf die einzelnen Maßnahmenpakete zu Erhöhung dieser eingehe, vorab nochmal eine kurze Erklärung des Begriffs, der Rechtsgrundlage und mit welchen einfachen Formeln Sie prüfen können, ob Sie ausreichend Liquide sind.

Liquidität = Die Liquidität eines Unternehmens beschreibt die Fähigkeit des Unternehmens, bestehende Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können.

Hierbei wird zwischen unterschiedlichen Liquiditätsgraden unterschieden.

Liquiditätsgrad 1 (Barliquidität oder cash ratio)

Interpretation: Wenn hier Ihr Quotient über eins liegt, dann sind Ihre kurzfristigen Verbindlichkeiten gedeckt. In der Praxis liegt der Quotient jedoch häufig unter 1. Das bedeutet, dass zu diesem Betrachtungszeitpunkt nicht alle kurzfristigen Verbindlichkeiten fällig sind und ein hoher Bestand an Zahlungsmitteln mangels Verzinsung dem Ziel Gewinnmaximierung entgegensteht.

Liquiditätsgrad 2 (Liquidität auf kurze Sicht oder quick ratio)

Interpretation: Wenn Ihr erster Liquiditätsgrad nicht über 1 ist, dann sollte mindestens Ihr zweiter Grad über eins liegen. Liegt der unter 1, so könnte dies auf Probleme bei der Wertschöpfung schließen lassen. Ebenso kann dies auch ein Indiz darauf sein, dass Sie zu viele Produkte im Lager haben, die Sie noch nicht verkauft haben. Dies gilt, sofern die kurzfristigen Verbindlichkeiten mehrheitlich durch Waren- und Materialeinkäufe enstanden sind.

Liquiditätsgrad 3 (Liquidität auf mittlere Sicht oder current ratio)

Interpretation: Hier sollte der Quotient auch über 1 liegen. Tut er es nicht, so lässt dies ebenso einen zu hohe Lagervorrat oder Probleme bei der Preisgestaltung schließen.

Eine weitere wichtige Bilanzkennzahl der Liquiditätsanalyse bietet das Working Capital.

Working Capital (auch Nettoumlaufvermögen genannt) = beschreibt den Kapitalbestand, der für gewöhnliche Operationen eingesetzt wird. Er hilft die Veränderungen der Liquidität zu beobachten[CS2]  und ist damit ein Gradmesser für die Zahlungsfähigkeit Ihres Unternehmens.

Aufgrund der statischen Eigenschaft dieser Bilanzkennzahl ist die Aussagekraft eher begrenzt und kann je nach Branche zur falschen Bewertung führen. Jedoch stellt sie einen guten Indikator für falsche Lagerhaltung oder Forderungen dar.

Interpretation: Liegt der Wert über 1, so ist dies ein positives Zeichen, da ein Teil des Umlaufvermögens langfristig finanziert ist. Das bedeutet bspw. dass Sie nicht in Zahlungsschwierigkeiten gelangen, nur wenn ein Teil Ihrer Lagerbestände nicht verkauft wird. Ist der Quotient hingegen unter 1, so steht die finanzielle Stabilität Ihres Unternehmens auf der Kippe.

Was kann also getan werden, um die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens zu sichern?

Zwecks einer kurzfristigen Liquiditätserhöhung gibt es einige Maßnahmen, die Sie einleiten können. Dazu habe ich Ihnen eine Checkliste zum Download zur Verfügung stellt:  

Corona Checkliste für Unternehmen

Machen Sie sich zusätzlich einen Liquiditätsplan! Nutzen Sie dazu gerne meine Excel-Vorlage, die ich Ihnen auf folgender Seite zur Verfügung gestellt habe: Liquiditätsplan in Zeiten von Corona ausfüllen

In Corona-Krise Hilfspakete der Regierung annehmen

Die deutsche Regierung hat mittlerweile umfangreiche Hilfspakete angekündigt, die die harsche Wirkung der COVID-19 Krise eindämmen sollen. So können Steuerschulden zinsfrei gestundet werden, Vollstreckungen werden bis Ende des Jahres ausgesetzt und es gelten generell längere Fristen. Eine weitere Maßnahme ist die Unterstützung durch den Staat bei Kurzarbeit.

  1. Auch wenn es Ihnen ggf. schwer fällt: Lassen Sie Ihre Mitarbeiter Arbeitsstunden abbauen und nutzen Sie die Zugangsvoraussetzungen für Kurzarbeitergeld und setzen Sie auf Kurzzeitarbeit.
  2. Nutzen sie die steuerliche Liquiditätshilfe der Regierung, wie zinsfreie Steuerstundung und Fristverlängerungen

In der Covid-19 Krise neue Produkte und Services als Hilfe für Ihr Unternehmen

Versuchen Sie stark zu bleiben und halten Sie sich vor Augen:

Sie sind nicht alleine, es gibt eine Reihe von Unternehmen, denen es genauso geht wie Ihnen. Nehmen Sie all Ihre Energie zusammen und überlegen Sie sich, ob Sie einen neuen Service anbieten können oder auch Produkte und Prozesse digitalisieren können. Bauen Sie ihr Produktportfolio aus, um auf die Veränderungen im Markt zu reagieren – ich bin mir sicher, dass jeder Mitarbeiter gerne seinen Teil dazu beiträgt.

Denn ein Überleben des Unternehmens ist nicht nur in ihrem eigenen, sondern auch im Interesse Ihrer Mitarbeiter. So vermeiden Sie auch, dass Sie oder Ihre Mitarbeiter ggf. in Leerlauf geraten, weil nichts zu tun ist. Mein Credo: Mangel fördert immer auch Kreativität. Natürlich sollen Sie nun nicht in einen reinen Brainstorming-Modus verfallen – damit verdienen Sie kein Geld. Aber gerade bei niedrigem Auftragseingang bzw. Umsatzrückgang gilt es, rechtzeitig mit neuen Produkten am Markt zu sein.

Fusion: In der Corona-Krise mit anderen Unternehmen zusammentun und profitieren

Wie ich eben bereits angesprochen habe, wir alle sitzen im selben Boot. Beinahe jedes Unternehmen steht vor einer nie dagewesenen Herausforderung. Deswegen tun Sie sich mit anderen Unternehmen zusammen, holen Sie sich Tipps und unterstützen Sie sich gegenseitig.

Auch wenn es zunächst abwegig klingen mag: Geschäftszusammenschlüsse können in einer solchen Situation ebenso sinnvoll sein. Zwar schmerzt die Aufgabe der eigenen Marke oftmals, aber gleichzeitig können Unternehmen oft nur so fortbestehen: Es tun sich neue Chancen auf, die genutzt werden können. Kosten können geteilt werden, Skaleneffekte können ausgenutzt werden und neue Produkte können kreiert werden.

Unterstützung in Krisenzeiten: Lassen Sie sich beraten

Meine Telefonberatungs-Services (Beratungstelefonat) biete ich vorübergehend 20% reduziert an, um Unternehmer in Krisenzeiten bezüglich internationaler Steuerberatung zur Seite zu stehen. Senden Sie mir hierfür kurz eine Nachricht über das Kontaktformular, dann wird Ihnen mein Team einen entsprechenden Gutscheincode zukommen lassen.

Ich wünsche Ihnen viel Kraft in dieser schweren Zeit und den Mut trotz allem positiv in die Zukunft gucken zu können.

Ihr Philipp Sauerborn


[1] https://www.bevh.org/presse/pressemitteilungen/details/corona-virus-fast-90-prozent-der-e-commerce-haendler-von-auswirkungen-betroffen-jeder-zweite-erwar.html

CORONA UPDATE I

Finanzielle Unterstützung vom Staat für Unternehmen aus Malta?

Weil mich derzeit viele Fragen erreichen wie:

  • Ich habe ein Unternehmen in Malta. Erhalte ich Unterstützung wegen eingebrochener Einnahmen?
  • Gibt es Konjunkturpakete in Malta, von denen ich in der Corona Krise profitieren kann?
  • Erhalte ich auch Unterstützung, wenn mein Unternehmen zwar in Malta liegt, ich jedoch woanders wohne?

..möchte ich kurz darauf eingehen, was Sie vom Staat erwarten könnt.

Wirtschaftsminister Silvio Schembri hat bereits angekündigt, kurz-, mittel- und langfristige Hilfspakete zur Verfügung zu stellen. Auf LinkedIn meldete er sich zur Wort:

Wir schützen nicht nur die Gesundheit der Menschen, sondern wollen auch die wirtschaftlichen Herausforderungen angehen, die der Ausbruch von Covid19 mit sich gebracht hat.

Genauer eingehen wollte er dabei nicht, es ist jedoch damit zu rechnen, dass es auf der einen Seite Steuererlässe geben wird, auf der anderen Seite aber auch bei den Personalkosten Unterstützung angeboten wird, um Entlassungen zu vermeiden.

Als Corporate Service Provider bereiten wir ei der Kanzlei DWP Dr. Werner & Partner derzeit alles vor, um für unsere Mandaten die finanzielle Unterstützung sicherzustellen und wir stehen im engen Austausch mit den Behörden, um von Beginn an die Unterstützungen vermitteln zu können.

Sofern auch Sie Bedarf an Unterstützungsleistungen haben, zögern Sie bitte nicht, mir Ihre Fragen hierzu zukommen zu lassen und schreiben Sie mir eine Nachricht.

CORONA UPDATE II

Finanzielle Unterstützung vom Staat für Influencer, YouTuber und Co. wegen Corona?

Weil mich derzeit viele Fragen erreichen wie:

  • Meine Einnahmen als Influencer sind seit dem Corona-Virus eingebrochen. Erhalte ich Unterstützung vom Staat?
  • Gibt es vom Staat Kompensationen, wenn meine Einnahmen wegen des Corona Virus eingebrochen sind?
  • An wen muss ich mich für Unterstützung wenden?

..möchte ich kurz darauf eingehen, was ihr vom Staat erwarten könnt.

Stand heute (13. März 2020) hat der deutsche Wirschaftsminister Altmeier Unterstützung für solche Unternehmen in Aussicht gestellt, die wegen des Corona-Virus hohe Umsatzeinbußen hinnehmen müssen.

Sehr konkret ist er leider noch nicht geworden.

Ganz grundsätzlich gilt aber: Wenn du für dein Business, sei es nun als Influencer, als Twitch-Streamer oder als YouTuber, ein ordentliches Gewerbe hast und deine Einnahmen nachvollziehbar auf Grund der Corona-Krise zurückgegangen sind und du nun entweder dein Geschäft aufgeben musst oder aber (wenn du schon so groß bist) Mitarbeiter entlassen musst, wird auch die Unterstützung für dich greifen.

Halte dich am besten auf dem Laufenden, welche Maßnahmen es geben wird und mein Tipp:

Sei beharrlich. Will man dir keine konkrete Auskunft geben, hake nach, bist du weißt, was du wissen willst.

Alles Weitere wird sich zeigen.

Wenn du von den Klicks deiner User lebst, wie beispielsweise auf YouTube, dann wirst du das Problem aber vermutlich ohnehin nicht haben. Du gehörst vermutlich zu den unfreiwilligen Gewinnern der Krise.

Kurze Info an die vielen Influencer und Streamer mit Standort Malta: Wirtschaftsminister Silvio Schembri hat bereits angekündigt, kurz-, mittel- und langfristige Hilfspakete zur Verfügung zu stellen. Halte dich auf den maltesischen News-Seiten auf dem Laufenden, um nichts zu verpassen.

Brauchst du Hilfe bei der Beantragung oder hast konkrete Fragen, zögere bitte nicht, mir eine Nachricht zu schreiben.

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Über Philipp M. Sauerborn

Philipp Maria Sauerborn ist Berater und Steuerexperte und lebt seit 9 Jahren in Malta. Er ist CEO der Kanzlei Dr. Werner & Partner und in Malta zugelassener Steuerberater. Zu seinen Themenschwerpunkten zählen International Tax sowie Krypto & Blockchain.

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